Dolomiteneinsamkeit / Zeugen des Gebirgskrieges
Friedensweg - Monzoni Gruppe
23.08.-27.08.2026
Ganz gewiss nicht fünf unbeschwerte Tage in den wilden Bergen der südlichen Dolomiten - vielmehr eine ernste Warnung vor den beunruhigenden Entwicklungen in Europa und weltweit.
Es ist nun über 100 Jahre her, dass der grauenhafte Hochgebirgskrieg durch die Alpen in Italien und Österreich tobte und die schauerlichen Relikte in den Felsflanken und Graten der Dolomitenfront zurück ließ.
Dies hautnah zu realisieren, machten wir uns, 4 Mitgliederinnen und Mitglieder der Sektionen Passau und Bad Griesbach-Pocking, auf den Weg in einen weithin unbekannten Teil der Dolomiten, den Monzoni-Kamm.
In die kleine hölzerne Vallaccia-Hütte hoch über dem Val Monzoni waren nur wenige Alpinisten zur Übernachtung gekommen. So konnte unsere Gruppe am nächsten Tag in völliger Einsamkeit einen ersten Klettersteig auf den Sass Aut genießen, die Ferrata Franco Gadotti.
Leider spielte uns das Wetter am nächsten Tag einen üblen Streich: Regen und tief hängende Wolken verhinderten den langen Weg über den Grat der Monzonikette. So beschlossen wir, nach einem kurzen Abstieg unser nächstes Ziel, die Bergvagabunden-Hütte, über das Rifugio Taramelli des CAI anzusteuern. Auch hier nur wenige Gäste, aber ein dramatisches Schauspiel von Farben, Felsen und Wolken am Abend!
Der folgende Tag versetzte uns mit der Ferrata Bepi Zac in bewegte Nachdenklichkeit angesichts der sehr realen Überreste eines sinnlosen Krieges. Dieser Klettersteig über mehrere Gipfel und Grate der ehemaligen Frontlinie schlängelt sich durch Schützengräben, Kavernen, Stellungen, ganzen in den Fels gesprengten Siedlungen, Leitern, Höhlensystemen und Stacheldrahtverhauen 1bis hin zum Torre Castell, einem abweisenden Felsturm, ausgehöhlt zu einer Beobachtungsstellung und jetzt wohl zum ungewöhnlichsten und unzugänglichsten Museum Europas.
Wir wurden sehr still im Dämmerlicht dieses ungewöhnlichen Ortes und mit Blick auf die Dokumente, welche hier den nachdenklichen Besucher erwarten. So wurde uns dramatisch bewusst, wie ernst die Lage vielleicht wieder ist, wie sehr jeder einzelne Europäer mitwirken sollte, den Friedensweg nicht erneut zum Kriegspfad werden zu lassen.