Hüttentour im Rosengarten
Fünf traumhafte Tage in Südtirol
Heuer hatten die Griesbacher Bergsteiger ihr Süppchen wohl immer aufgegessen, denn der Rosengarten in Südtirol begrüßte die acht Bergsteiger der DAV-Sektion Bad Griesbach i. R. – Pocking mit strahlend blauem Himmel und angenehmen 25 Grad. Perfektes Bergwetter, denn für die nächsten fünf Tage standen mehrere Klettersteige auf dem Programm.
Entspannt ging es vom Parkplatz in Zyprian mit der Seilbahn hinauf zur Kölner Hütte. Nach einem Begrüßungskaffee wurden die Rucksäcke geschultert und auf dem Höhenweg ging es in zwei Stunden hinüber zur Rotwandhütte auf 2.337 Metern Höhe, wo die erste Übernachtung anstand.
Am zweiten Tag wurde es gleich sportlich: Zwei Klettersteige hintereinander standen auf dem Programm. Zuerst ging es auf den Masaré-Klettersteig, der zwar mit A/B angegeben ist, aber doch einige schwierigere Stellen aufweist. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es in einem steilen Aufschwung gleich weiter in den Rotwand-Klettersteig und hinauf zum Vajolonpass auf 2.560 Metern. Nach der anstrengenden Kletterei ging es wieder entspannt hinunter zur Kölner Hütte. In der Dämmerung ließ König Laurin die Spitzen des Rosengartens in herrlichem Rot erglühen.
Der dritte Tag sollte der längste werden. Nach einem kurzen Zustieg stand der Santnerpass-Klettersteig an. Eine herrliche, überwiegend freie Kletterei im zweiten Schwierigkeitsgrad führte hinauf zur neuen Santnerpasshütte, die schon von Weitem durch ihre futuristische Bauweise die Blicke auf sich zieht. Über den „Normalweg“ ging es anschließend hinunter zur Gartlhütte, immer die markanten Vajolettürme vor Augen.
Nach der verdienten Pause folgte der Aufstieg zur Grasleitenpasshütte auf 2.601 Metern, um von dort den einzigen Dreitausender im Rosengarten, den Kesselkogel mit 3.002 Metern, zu besteigen. Eineinhalb Stunden dauerte der Aufstieg über den Klettersteig, ebenso lange der Abstieg über die Ostseite. Dies erforderte noch einmal höchste Konzentration. Zur Belohnung gab es ein sehr erfrischendes Bad im gerade einmal 14 Grad kalten Antermoiasee und beste Verpflegung auf der Antermoiahütte.
Am vierten Tag stand die längste und schwierigste Tour an: der Laurenzi-Klettersteig mit dem Schwierigkeitsgrad C/D. Eine sehr lange, zum Teil auch stark ausgesetzte Kletterei, die absolute Schwindelfreiheit und Trittsicherheit erfordert. Kein Problem für die acht Griesbacher! Am höchsten Punkt angekommen, bot sich eine Fernsicht auf gefühlt tausend Gipfel – vom Ortler bis zum Großglockner.
Das Ziel war schließlich die wunderschöne Tierser-Alpl-Hütte mit ihrer großen Sonnenterrasse. Nach einer ausgiebigen Einkehr folgte der Abstieg durch das wildromantische Bärenloch zur Grasleitenhütte. Diese urige und gemütliche Berghütte war das Ziel für den letzten Hüttenabend, an dem wie immer schon wieder Pläne für das nächste Jahr geschmiedet wurden.
Überglücklich und zufrieden mit fünf traumhaft schönen Tagen im Rosengarten fuhren die Griesbacher schließlich wieder heim ins Rottal.