Mayrwipfl und Kleinerberg im Sengsengebirge
Sonne, Nebel und ein dramatischer Himmel
Eine Tour zum Mayrwipfl und Kleinerberg im Sengsengebirge
Der Mayrwipfl mit 1.736m ist einer der östlichsten Gipfel und der Kleinerberg mit 1.287m ein vorgelagerter, südlicher Ausläufer vom Sengsengebirge. Beide Gipfel sind beliebte Ziele zu jeder Jahreszeit. Auch für eine sechsköpfige Gruppe Wanderer vom Alpenverein Pocking/Bad Griesbach war es diesmal das Ziel einer Wintertour. Ausgangspunkt war der kleine Wanderparkplatz bei Mutting/Windischgarsten. Der Tag begann vielversprechend, denn schon kurz nach dem Start zeigte sich ein tiefblauer Himmel, zumindest kurzzeitig. Die ersten zwei Kilometer ging es auf der Forststraße bis zum Haslersgatter. Ab jetzt bedeckte eine dicke Eisplatte den Weg, und da es die letzten Wochen nicht geschneit hatte, beschloss man die Tour nicht mit Schneeschuhen, sondern mit Spikes an den Schuhen zu machen. Kurz darauf zweigte ein der Wanderweg ab in Richtung Mayrwinkel. Bei der Weggabelung am Bloßboden auf ca. 1.200 m Höhe folgte man nun dem Steig hinauf zur verfallenen Mayralm auf ca. 1.400 m. Vom Almgebäude stehen nur noch ein paar Mauerreste. Die kommen gerade recht für eine kleine Rast. Kleine Tannen und Fichten haben sich schon in den Mauerspalten angesiedelt und auch Holundersträucher wuchern entlang der Mauerreste. Es dauert nicht mehr lange dann hat sich die Natur die Ruine einverleibt. Das Almgelände war bedeckt von einer geschlossenen Schneedecke, nur eine gut eingetretene Spur durchzog den harschen Schneeteppich. In einem blauen, wolkenlosen Himmelband zeigte sich bereits der Mayrwipfl, aber darüber erstreckte sich eine dunkelgraue Wolkenschicht. Man folgte der Spur bis zum Waldrand und orientierte sich anschließend an Steinmänner und Steigspuren. Der Weg zog nun vorbei an abgestorbenen Bergfichten, umgefallenen Bäumen und über Stock und Stein. Ein Wirrwarr aus Totholz machte manchmal die Wegfindung nicht ganz einfach. Zwischendurch öffnete sich der Blick. Das Tal wurde verdeckt von einer dicken Nebelschicht, darüber erhoben sich die Berge der Haller Mauern und des Toten Gebirges. Kurze Zeit später erreichte die Gruppe die Latschenzone. Nun wurde das Gelände steil. Da der Hang südseitig ausgerichtet ist lagen hier nur noch vereinzelte Schneereste. Der Aufstieg gestaltete sich mühsam. Felsstufen und vereiste Wegabschnitte wechselten sich mit rutschigen,erdigen Passagen ab. Mittlerweile war vom blauen Himmel nichts mehr zu sehen. Der ganze Gipfelaufbau steckte in einer dichten Nebelschicht. Da half auch Abwarten nichts. Kurz vor dem Gipfel dann ein paar felsige, ausgesetzte Stellen, und wo geht es dann weiter? Es wäre nur noch ein kurzes Stück Steig gewesen, aber für was? Kein blauer Himmel und keine Panoramablicke. Es war ungemütlich kalt und windig. So beschloss man in einem geschützten Bereich zu pausieren. Nach einer Stärkung aus dem Rucksack machte man sich auf zum Abstieg. Die Gruppe folge dem selben Weg zurück zur Mayralm und weiter bis kurz vor dem Haslersgatter. Aber einen Gipfel wollte man dann doch noch machen. Nun ging es auf der Forststraße hinauf zum 1.278 m hohen Kleinerberg. Der pyramidenförmige Berg bot dann doch noch stimmungsvolle Ausblicke hinein ins Windischgarstener Becken. Am Himmel zeigte sich ein spektakuläres Wolkentreiben. Immer wieder zwängten sich Sonnenstrahlen durch die Wolkenlücken. Die Gipfeln der Haller Mauern mal wolkenverhangen und kurze Zeit später wieder frei. Der Bosruck fast wolkenlos und das Tote Gebirge umgarnt von Regenwolken. Der weitere Abstieg erfolgte nun auf der Süd-West-Seite bis der Steig in den Zufahrtsweg zum Parkplatz mündete. Nach insgesamt 13,6 Kilometern und jeweils knapp 1000 Höhenmetern im Auf- und Abstieg erreichte die Gruppe wieder den Ausgangspunkt.