Schneeschuhtour auf den großen Arber
Frühlingsgefühle und Winterfeeling im Bayerischen Wald
Über die Rieslochwasserfälle auf den Großen Arber
Der Große Arber, mit 1.456 m Höhe, ist der höchste Berg des Bayerischen Waldes. Der Aufstieg über die Rieslochwasserfälle und dem Mittagsplatzl gilt als eine der schönsten Routen auf den „König des Bayerischen Waldes“.
Während bei uns schon in den Gärten der Frühling eingezogen ist, hält sich auf den Gipfeln des Bayerischen Waldes noch hartnäckig der Winter. Diese Erfahrung machten auch die 13 Mitglieder des Alpenvereins Bad Griesbach – Pocking als sie am frühen Sonntag Morgen nach Bodenmais unterwegs waren. Am Wanderparkplatz war von Schnee keine Spur mehr und auch der Pestwurz zeigte schon zaghaft seine Blühten.
Gut gerüstet und voller Freude starteten die DAVler ihre Wanderung. Es ging nach Norden ins Naturschutzgebiet Rieslochfälle. Diese wildromantische Schlucht steht bereits seit 1939 unter Naturschutz. Bei der „Unteren Wasserstube“, einem alten Wehr, gab es dann die ersten Blicke auf die unteren Stufen der Wasserfälle. Eigentlich sollte es um diese Jahreszeit nur so sprudeln wenn die Wassermassen über mehrere Kaskaden hinunter stürzen. Statt dessen zeigte sich die Wasserfälle eher verhalten – beeindruckend waren sie trotzdem. Nun wurde der Steig steiler und er schlängelte sich vorbei an moosbedeckten Granitblöcken und halb zersetzten Baumstämmen, immer am Rand der Kaskaden empor. Bei einer Holzbrücke endete die erste Etappe. Hier gab es noch einen Blick auf den oberen Abschnitt der Wasserfälle.
Nun ging es den Schwellbach entlang, man querte die Arberhochstraße und folgte anschließend der Beschilderung zum Gr. Arber. Nun schwenkte die Route in östliche Richtung. Mittlerweile kamen auch die Grödeln zum Einsatz. Im Schatten lag noch sehr viel Altschnee und das gefrorene Tauwasser verwandelte den holprigen Weg in eine Rutschpartie. Nochmals querte man eine Forststraße die immer noch zum Langlaufen einlud. Es lichtete sich der Wald. Ein Wegweiser verwies auf das Mittagsplatzl, das man unbedingt noch bei Sonnenschein „mitnehmen“ wollte. Die Gruppe erreichte eine Lichtung. Blauer Himmel, ein Mix aus Sonne und Wolken und die unberührte Schneedecke erweckten nochmals ein Winterfeeling, zumal auch noch ein schneidiger, kalter Wind den Wanderern um die Ohren pfiff. Das hielt aber keinen ab am Aussichtspunkt die Blicke schweifen zu lassen. Man rätselte: „Ist das dort hinten der Falkenstein und der da drüben der Große Rachel?“ An einem windgeschützte Platz in der Sonne schmeckte die mitgebrachte Brotzeit und alle stärkten sich für die nächste Etappe bis zum Gipfel.
Nun ging es geradewegs nach Norden. Von weitem waren schon die beiden Radarkuppel zu sehen. Nach etwa einem Kilometer traf die Wandergruppe wieder auf den Arbersteig. Nun ging es nochmals ca. 100 Höhenmeter bergauf. Schnell war das baumfreie Gipfelplateau erreicht. Die Sonne versteckte sich mehr und mehr hinter den Wolken und der kalte Böhmische Wind machte eine Gipfelrast fast unmöglich. Da wollten alle nur schnell noch das obligatorische Gipfelfoto machen und dann ab in eine der beiden Hütten zur wohlverdienten Einkehr.
Aufgewärmt und gut gestärkt machte man sich anschließend auf zum Abstieg. Der Wanderweg führte an der Arberkapelle vorbei und hinunter zu den letzten Wegweisern auf der Bodenmaiser Mulde. Der Arbersteig führte die Gruppe nun über den Oberen und Unteren Arberschachten immer bergab bis man wieder auf den Seesteig traf. Nun schloss sich der Kreis und auf bekanntem Weg erreichten die DAVler wieder die Rieslochfälle. Hier wurden nochmals ein paar Fotos vom Wasserfall geschossen, bevor man zurück zum Parkplatz wanderte. Zum Schluss waren es je 850 Höhenmeter im Aufstieg und im Abstieg und insgesamt eine Strecke von 14,2 Kilometern.