Steinernes Meer

Alpenvereinsjahr 2021

"Demut gebietend und erhebend zugleich - kaum etwas in der Natur flößt uns soviel Erfurcht ein, wie der Anblick von Bergen"!( Kofi Annan - Ghanaischer Diplomat)


27. Juni 2021: "Schatzsucher" des Alpenvereins unterwegs im Alpbachtal

Sinkende Inzidenz-Zahlen in Bayern und im benachbarten Österreich gaben den "Schatzsuchern" des Alpenvereins endlich die Chance, nach fast einjähriger Sammelpause wieder einzutauchen in die faszinierende Welt der Steine & Mineralien. So machten sich sieben Griesbacher Mineralien-Fans in Privatautos auf den Weg nach St. Gertraudi - ein Ortsteil der Gemeinde Reith im Tiroler Alpbachtal. Bevor Tourenbegleiter und Mineralienexperte Gerhard Graw die Sammler zum stillgelegten Bergwerk führte und danach auf ein nahe gelegenes Fundgebiet losließ, gab er ihnen am Parkplatz wertvolle Informationen zur Bergbaugeschichte der Regionen St. Gertraudi und Schwaz. Vom 15. bis ins 19. Jahrhundert wurde hier vorwiegend Kupfer- und Silberbergbau betrieben. Zu Zeiten der Fugger waren die Tiroler Lagerstätten die größten Silberlieferanten der damals bekannten Welt und sicherten ihren Nutznießern das weltweite Silbermonopol, das erst durch die Entdeckung und Ausbeutung der reichen Silberlagerstätten in Übersee bedeutungslos wurde. Wenn auch die Silber- und Kupfergewinnung schon lange der Vergangenheit angehört, so wurde doch in den Revieren Groß- und Kleinkogel bis 1969 Schwerspat abgebaut. Noch heute befinden sich zahlreiche Mineralien in den Stollen, die aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden dürfen, doch einen Blick hineinzuwerfen, war den Rottaler Sammlern schon erlaubt. Als ihnen daraus eisige Kälte entgegenschlug, machten sie schnell einen Rückzieher und folgten ihrem Tourenleiter - vorbei an den heute noch bewohnten Bergwerksgebäuden - zur ersten Fundstelle. Als sie davor standen, kribbelte es bereits in ihren Fingern, während ihnen Gerhard Graw noch erklärte und zeigte, wonach sie suchen sollten: Schwerspat- bzw. Dolomitstücke, auf denen sich besonders oft schöne, blaue Azurit-Kriställchen befinden, häufig mit Malachit vergesellschaftet, der smaragdgrüne, faserige Krusten und nierenförmige Aggregate bildet. Eifrig begannen die Sammler danach zu suchen und konnten bereits einige Schätze heben und im Auto verstauen, bevor es anschließend auf dem Kupfererzweg und Alpenvereinssteig aufwärts zur zweiten, ergiebigeren Fundstelle ging. Nach kurzer Wanderung standen sie dann vor einer extrem steilen Halde, die sich bis hinauf zum Waldrand erstreckte. Hier hochzuklettern war nicht ganz ungefährlich und wer sich den Aufstieg nicht zutraute, konnte am Fuß der Halde sammeln. Mit Spitzhammer und viel Ausdauer arbeiteten sich Griesbachs Mineraliensammler am steilen Hang nach oben, immer auf der Suche nach Steinen, die von Kupfermineralien besetzt, grün und blau in der Sonne leuchteten. Ganz oben, am Rand der Halde konnten die "Aufsteiger" dann einen vorsichtigen Blick in einen offenen Stollen werfen, der sich tief und schmal wie eine Gletscherspalte und von Gestrüpp etwas verdeckt, vor ihnen auftat. Der ganze Berg und die benachbarte Schwazer Bergregion ist von einem umfangreichen Stollensystem von mehreren hundert Kilometern durchzogen. - Ein lauschiger Platz für eine längere Entspannungs- und Brotzeitpause war nach der kräftezehrenden Suche schnell gefunden. Inmitten herrlicher Alpenblumen, umflattert von Schmetterlingen wie Dickkopffalter, Mauerfuchs und Trauerfalter genossen sie die wunderbare Aussicht hinunter nach St. Gertraudi, zur Burgruine Kropfsberg und hinüber zu den herrlichen Tiroler Bergen ebenso, wie ihre mitgebrachte Brotzeit. Da an diesem anfangs bewölkten und kühlen Tag die Sonne nachmittags an Strahlkraft und Wärmegraden enorm zugelegt hatte, beschloss man einstimmig, sich beim Kammerlander im schattigen Biergarten abzukühlen und die erfolgreiche Mineralientour in geselliger Runde bei Kaffee und Kuchen zu beenden.

20. Juni 2021: Von Felsentürmen und rauschender Wildbachidylle im Bärnloch

Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah, dachte sich Tourenbegleiterin Marianne Birkeneder und fasste für die Familiengruppe ein für die heiße Jahreszeit ideales, der Rottaler Heimat nahe gelegenes Wanderziel ins Auge. Denn faszinierende Natur, Gipfelfreuden mit grandiosen Ausblicken, Klettereien an Felsentürmen und wildromantische Bachlandschaften gibt es schon nach einer Stunde Autofahrt am Eidenberger Lusen, kurz vor Wegscheid. Da sich nur wenige Interessierte angemeldet hatten, war die Überraschung groß, als sich am Treffpunkt weitere kurz Entschlossene mit Kindern einfanden. So machten sich sechzehn Wanderer - fünf Kinder und elf Erwachsene - verteilt auf vier Autos auf den Weg. Direkt am Waldrand bei Hartmannsreut startete die muntere Gruppe am Bärnlochweg ihre abwechslungsreiche Wanderung, auf der es für Klein und Groß viel zu entdecken gab. Gleich zu Anfang ging es richtig steil aufwärts und als sich bereits nach kurzer Strecke mächtige Felsenberge in Wegnähe auftürmten, preschte die Jugend mit ihrer Tourenleiterin auch schon los, um die Felsriesen zu erstürmen - einige kletterfreudige Erwachsene im Schlepptau. Nach nur zehn weiteren Wanderminuten standen sie vor der 1973 erbauten Lusenkapelle. Das kleine Kirchlein in Blockbauweise, mit den langen Sitzbänken davor, lud zu einer ersten Rast- und Trinkpause ein. Es dauerte nicht lange, bis einer der jugendlichen Wanderer das herabhängende Seil in der offenen Kapelle entdeckt hatte, daran zog und die Glocke im Turm zum Bimmeln brachte. Daraufhin wollten alle ran - so verzehrten die Erwachsenen unter Glockengebimmel ihre Brotzeit. Rechts neben der Kapelle führt ein steiler Weg auf den 733 m hohen Gipfel des Eidenberger Lusen. Im Volksmund wird oft vom kleinen Bruder des Dreisessel gesprochen, da die sogenannten Lusentürme ähnlich denen des Dreisessel sind. Da man den wuchtigen Aufbau der Lusen-Felswände nur von unten bestaunen kann, folgten Kinder und Erwachsene ihrer Tourenleiterin durchs dichte Unterholz zur Basis des felsigen Lusengipfels. Staunend blickten sie hoch und so mancher Klettermaxe schaute sehnsüchtig den Kletterern in den Felswänden zu. Über den kurzen, aber steilen Normalweg erreichten die Rottaler Wanderer schließlich den Lusengipfel. Unter dem hohen Gipfelkreuz genossen sie die herrliche Aussicht hinüber nach Wegscheid zum Dreisesselberg-Massiv, Steinernen Meer, Plöckenstein Hochficht und zum Rannasee. Danach ging es zügig auf einem steilen Bergpfad abwärts, der mit einer kurzen Rutschpartie für die Kleinen wieder in den Bärnlochweg mündete. Baumstumpf-Sitze mit Durchsicht-Smileys, Felsenhöhlen und -tore zum Durchkriechen, junge Tannensämlinge, jede Menge Maikäfer, bunte Wildblumen am Wegesrand und vieles mehr - nichts blieb den Augen der Kids verborgen. Als der Wald sich öffnete und den Blick auf den kleinen Ort Eidenberg freigab, stürmten die Kinder hinab ins Tal, der versprochenen Abkühlung entgegen. Kaum kam der rauschende Osterbach in Sichtweite, leuchteten die Kinderaugen. Flugs schlüpften die Kids aus ihren Wanderschuhen und schon standen sie im erfrischenden, kühlen Nass. Spontan folgten die Erwachsenen ihrem Beispiel, um sich im klaren, sprudelnden Wasser geeignete "Sitzfelsen" für eine längere Mittagspause auszusuchen. Bachaufwärts wandernd, zeigte sich der idyllische Grenzbach zwischen Bayern und Österreich mit kleinen Wasserfällen und üppigem Pflanzenbewuchs an den Ufern von seiner schönsten Seite. Den Endspurt zurück zum Autoparkplatz brachten sie schnell hinter sich, hier gab es ja auch nicht mehr viel Spektakuläres zu sehen. Mit einem erfrischenden Bad im Rannasee beendete die Familiengruppe des Alpenvereins eine bezaubernde Rundwanderung, die als echter Geheimtipp für einen gelungenen Familien-Wandertag gilt. Da das viele noch nicht wissen, konnte die Griesbacher Familiengruppe die großartige Natur und Landschaft am Eidenberger Lusen ungestört in vollen Zügen genießen.

13. Juni 2021: Unterwegs am Goldsteig - von Arnschwang nach Thenried

Nach über einem Jahr coronabedingter Zwangspause legten die DAVler nun wieder los. Mit einer zweiten Wanderetappe auf dem Goldsteig machten 18 Bergfreunde der Sektion Bad Griesbach und Ortsgruppe Pocking den Anfang. Glücklich, wieder gemeinsam wandern zu dürfen, störte es sie wenig, bei der Anfahrt zum Ausgangspunkt im Kleinbus FFP2-Masken zu tragen. Als sie in Arnschwang, dem "Tor zum Hohen-Bogen-Winkel" nach Verlassen des Busses sich ihrer Masken entledigt, Wanderschuhe geschnürt und Rucksäcke geschultert hatten, sahen sie sich erst einmal im staatlich anerkannten Erholungsort um. Großes Interesse erweckte der weltweit wohl einzige Labyrinthbrunnnen am Dorfplatz. Das aus einem einzigen Granitblock von Toni Scheubeck geschaffene Kunstwerk will durch die Labyrinthform auf die uralte Geschichte Arnschwangs und auf das unterirdisch stark verzweigte Höhlensystem verweisen. Anschließend ging es hinauf zur barocken Pfarrkirche St. Martin; weithin sichtbar bildet sie den Mittelpunkt des attraktiven Urlaubsortes. Nicht weit vom Gotteshaus entfern, besichtigten die Rottaler Wanderer das im 14. Jahrhundert erbaute Wasserschloss zwischen zwei Armen des Chamb-Flusses. Seit 2009 erwacht es mit einer umfassenden Sanierung allmählich wieder aus dem Dornröschenschlaf. Nach soviel Kunst und Kultur starteten die Bergfreunde mit Tourenbegleiter Franz Koblbauer dann ihre geplante Goldsteig-Tour. Auf dem Goldsteigzubringer wanderten sie am Malerwinkel über den Chamb-Fluss und dann auf Feldwegen in Richtung Waldrand. Entlang des Waldlehrpfades, vorbei an 14 Kreuzwegstationen, führte ihr Weg anschließend über 150 Höhenmeter hinauf zur kleinen, schindelgedeckten Trettinger Kapelle. Die Rottaler Wanderer nutzten den schönen, ruhigen Ort vor der Kapelle, inmitten eines dichten Fichten- und Buchenwaldes für eine erste, erfrischende Trink- und Ruhepause. Nach kurzer Wanderstrecke erreichten sie schließlich den Goldsteig-Hauptweg. Das grüne Blätterdach des Waldes spendete an diesem sehr warmen Frühsommertag angenehmen Schatten und machte das Wandern zum echten Vergnügen. Auf dem ständig ansteigenden Weg über Grafenried traf die Koblbauer-Wandergruppe dann auf die Teilzeitwanderer, die mit Tourenleiter Manfred F. Graw kräfteschonend die Hälfte des Weges im Bus zurückgelegt hatten. Gemeinsam suchten sie im Wald einen geeigneten Rastplatz, wo sie sich eine längere Mittagspause gönnten, bevor die nun vollständige Wandergruppe den steilen Aufstieg zur Burgruine Lichteneck in Angriff nahm. An Lichtungen, die in den vergangenen Jahren durch Fällungen der vom Borkenkäfer befallenen Bäume entstanden, boten sich unterwegs immer wieder schöne Ausblicke zum Hohen Bogen mit seinen Fernmelde- und Sendetürmen. Die ehemals hochmittelalterliche Gipfelburg auf dem Schlossberg in 700 Metern Höhe, wurde Anfang des 13. Jahrhunderts erbaut. 1982 hat man die Reste der Burg, nachdem sie um 1600 langsam verfallen war, saniert. Ein 20 m hoher Bergfried aus Bruchsteinmauerwerk und Reste eines Wohnhauses sind Zeugen einstiger Ritterherrlichkeit. Wer den Aufstieg im dunklen Turm nicht scheute, wurde auf seiner Plattform mit grandiosen Ausblicken zum Hohen Bogen, in den Lamer Winkel und auf die umliegenden Bayerwald-Berge belohnt. Zügig stiegen die Bergfreunde nach längerem Aufenthalt ab nach Rimbach. Der Besuch der hiesigen Pfarrkirche St. Michael war ein Muss, denn die spätbarocke Kirche mit dem modernen Kirchenanbau - ein Oktogon im steilen Satteldach - zeigt den mutigen Versuch, Gewesenes und Gewordenes zu vereinen. Nach einer letzten, kurzen Wanderung zum nahe gelegenen Dorf Thenried ließen die DAVler ihre zweite Goldsteig-Etappe, auf der sich idyllische Orte, Kultur und grüne Natur wohltuend abwechselten, bei einer Einkehr in entspannter Atmosphäre ausklingen.

30. Mai 2021: Endlich wieder in Bewegung - Klettertour zum Grünsteingipfel

Große Freude herrschte in Bad Griesbach, als feststand, der Klettersteig-Kurs kann stattfinden. Unter Einhaltung der geltenden Corona-Regeln ging es nach Berchtesgaden. Sechs Teilnehmer von 12 bis 60 starteten vom Parkplatz am Königsee zur Einstiegsstelle oberhalb der Rodelbahn. Bevor es ans Klettern ging, hieß es aber zuerst, sich mit dem Klettergurt und Klettersteig-Set vertraut zu machen. Unter sachkundiger Anleitung und Kontrolle von Christoph und Marianne Birkeneder ging es dann endlich an die Wand. Die anfängliche Unsicherheit war schnell vorbei und es ging mit großer Freude und Genuss am Klettern zum Gipfel. Auch die Jüngste, die 12-jährige Emmi, meisterte souverän den Klettersteig der Kategorie A/B. Die Brotzeit auf dem Gipfel mit Sicht auf die immer noch verschneiten Berge hatte sich jeder verdient. Nur König Watzmann versteckte sich hinter den Wolken. Auf dem Wanderweg ging es dann wieder talwärts zum Parkplatz. Bevor es heim ging, meldeten sich gleich alle für die nächste Kletterei auf den Hohen Göll am Sonntag, 18.07.2021 über den Schustersteig an. (Bericht und Fotos: Marianne Birkeneder)


Alpenvereinsjahr 2020

"Wichtig ist, dass du dich wohlfühlst, dass du die Natur um dich herum spürst - dann macht Bergsteigen und Bergwandern unheimlich glücklich". (Hans Kammerlander, Extrembergsteiger)


20. September 2020: Über den Brenner-Riesensteig hinauf ins Höllengebirge

Um sich auch in Coronazeiten fit für anspruchsvolle Bergtouren zu halten und das wunderbare Spätsommerwetter zu genießen, entschlossen sich vier DAVler spontan, dem Gipfelkreuz des Dachsteinblicks am Attersee einen Besuch abzustatten. Die schattige Tour für Griesbachs Frühaufsteher begann am Forstamt in Steinbach (470 m) am Ufer des noch wolkenverhangenen Sees. Zunächst folgten sie einer Seitenstraße, die schon bald in einen steilen Waldweg einmündete. In vielen Kehren ging es dann im Bergwald aufwärts zu immer schrofferen Felspartien, wobei man bei der Umrundung entwurzelter Bäume schon viel zu viel Energie verschwenden musste. Der Einstieg zum Brenner-Riesensteig über eine 20 Meter lange, geneigte Eisenleiter lag noch im Nebel, als sich die Rottaler Bergsteiger mithilfe von Drahtseilversicherungen über unwegsame Felsblöcke nach oben schwangen. Im weiteren steilen, für schwindelfreie Bergsteiger gut zu bewältigenden Anstieg, bewegten sie sich stets im Schatten der schroffen Geiswand, die dem Attersee sein alpines Gepräge verleiht. Fantastisch waren die Tiefblicke zum Attersee, die sich den einsamen Rottaler Wanderern bei Verschnaufpausen immer wieder boten. So verbarg sich Österreichs längster und tiefster See unter einer flauschigen, weißen Wolkendecke, aus der die Berge in einen strahlend blauen Himmel ragten. Durchwegs steil, aber nun von der Sonne begleitet, ging es schließlich hinauf zum Plateau des Höllengebirges; vorbei am letzten massiven Felsklotz erreichten die Rottaler Bergfreunde über Latschengassen endlich ihr erstes Gipfelkreuz am Dachsteinblick. Den Weg, der in Gipfelnähe nach links zur Brennerin abzweigt, ersparten sich die Griesbacher DAVler, denn die einst für Weidezwecke "abgebrannte" Brennerin ist zwar ein traumhaftes Tourenziel, doch bietet der nur wenige Meter höhere Berg ein ähnliches Panorama wie der Dachsteinblick. Hier ließen sie sich unter dem hohen Gipfelkreuz in 1559 Metern Höhe zu einer ergiebigen Mittagspause nieder und teilten ihr Mittagsmahl mit gefräßigen Dohlen, während ihre Blicke hinüber zu bekannten Alpengrößen wie Dachstein, Hochkalter, Watzmann, Untersberg, Hochstaufen und Schafberg wanderten. Als landschaftlich besonders reizvoll erwies sich die anschließende Gratwanderung, die über Geröllfelder und Latschenhänge abwärts zum Mahdlgupf führte. Der kurze, felsige Anstieg zum 1261 Meter hohen Berg, der auch über einen Klettersteig erreicht werden kann, belohnte die Gipfelstürmer mit grandiosen Tiefblicken zum Attersee, denn jetzt präsentierte er sich seinen Betrachtern in voller Länge, wolkenfrei und türkisblau. Als nach kurzer Wanderstrecke Weissenbachs Hausberg, der Schoberstein, ins Blickfeld rückte, beschloss das Griesbacher Wanderquartett den dicht bevölkerten Gipfel rechts liegen zu lassen und nach einer kurzen Rast nach Weissenbach abzusteigen. War ihnen beim Aufstieg über den Brenner-Riesensteig kaum jemand begegnet, bewegte sich hier ein unglaublicher "Schoberstein-Besucherstrom" bergauf und bergab. Zurück am Seeufer, glichen die stapazierten Vier in einem Weyregger Cafe erst einmal ihre Flüssigkeitsdefizite aus, bevor sie den traumhaften Tag über den Wolken bei Kaffee und Kuchen entspannt ausklingen ließen. (Fotos: Hinterholzer/Reischl)

15. August 2020: Unternehmungslustige DAVler unterwegs im schönen Zillertal

Beim Gedanken ans Zillertal kommen sechs Griesbacher DAVler geradezu ins Schwärmen, waren sie doch erst kürzlich in der grandiosen Bergwelt der Zillertaler Alpen unterwegs. Über die mautpflichtige, sieben Kilometer lange Alpenstraße ging es in Privatautos hoch zum Schlegeisstausee, wo sie ihre Rundtour zum Friesenberghaus und zur Olpererhütte starteten. Über einen gut beschilderten Steig wanderten sie vom Parkplatz am See (1800 m) in den Wald hinein und auf einer kleinen Brücke über den rauschenden Bach. Anschließend ging es durch Latschenbewuchs weiter steil aufwärts und schon bald eröffneten sich ihnen tolle Blicke von oben - auf den Schlegeisspeicher und den Kleinen Hochsteller. Nach circa 200 Höhenmetern Aufstieg kam die Almhütte der Friesenbergalm in Sicht. Jetzt im August grasten die Kühe weiter oben, wo sie die Griesbacher Wanderer später an den Hängen unterhalb des Friesenberghauses antrafen. Je höher sie kamen, desto steiniger wurde der Steig und so manches furchterregende "Felsmonster" begegnete ihnen auf dem Weg nach oben. Wunderschön war die Landschaft in größerer Höhe - der Anblick mächtiger Felswände, das intensive Grün der Almwiesen und blühende Alpenblumen entschädigten sie für die Mühen des Aufstiegs. Als sie nach etwa drei Stunden das Friesenberghaus erreichten, hatten sie sich eine erholsame Wanderpause verdient. Das von den jüdischen Widerstandssektionen "DAV Berlin" und "Donauland" 1928 bis 1930 erbaute Berghaus wurde 1932 eingeweiht, während des Krieges von der Wehrmacht beschlagnahmt und 1964 wieder in Betrieb genommen. Umfangreiche Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten brachten das Schutzhaus 2003 auf den neuesten Stand der Technik, seitdem ist es auch eine internationale Begegnungsstätte und warnt vor Intoleranz und Hass. Auf der einladenden Sonnenterrasse des geschichtsträchtigen Berghauses, hoch über dem Zamser Grund, ließen sich die Rottaler DAVler in rund 2500 Metern Höhe nieder und genossen Tiroler Schmankerl, viel frische Luft und eine gute Aussicht. Auf dem Berliner Höhenweg nahmen sie anschließend Kurs auf die Olpererhütte. Während der 2-Stunden-Tour nahm die Bewölkung allmählich zu und als sie die 2006/07 völlig neu errichtete Berghütte in 2389 Metern Höhe erreichten, flüchteten sie vor den einsetzenden Regenfällen in die warme, trockene Hüttenstube, wo sie bei Kaffee und Kuchen die ungemütliche Regendusche aussaßen. Und sie hatten Glück! Denn nach und nach lichtete sich der Himmel und gab den Blick auf die spektakuläre Bergwelt wieder frei. Die 600 Höhenmeter bergab zum Schlegeisspeichersee legt man auf einer kurzen Distanz von nur drei Kilometern zurück. Beim Abstieg wurde den Griesbacher Bergsteigern schnell klar, dass kein Sonntagsspaziergang vor ihnen lag, denn sie mussten sich nicht nur auf einem ungewöhnlich steilen, sondern noch dazu auf einem vom Regen aufgeweichten, sehr rutschigen Bergpfad nach unten arbeiten. Doch die Ausblicke zum See und zu den schneebedeckten Zillertaler Berggipfeln waren traumhaft und versöhnten sie mit den nahezu unzumutbaren Wegverhältnissen. So endete ein sonnig begonnener Bergtag letztendlich wieder mit blauem Himmel über einem türkisblauen Speichersee. (Fotos: Conny Hinterholzer)

24. bis 26. Juli 2020: Griesbachs Schatzsucher unterwegs im Habachtal

Wo sich Gams, Reh und Hirsch "Gute Nacht" sagen, Murmeltiere über Almwiesen pfeifen und sprudelnde Wasserfälle über Felswände und durch tiefe Schluchten rauschen, dort ist die Welt noch in Ordnung - im Habachtal. Und genau dorthin zog es fünf leidenschaftliche Rottaler Mineraliensammler, denn das naturbelassene Tauerntal ist nicht nur für seine grandiosen Landschaften bekannt, sondern auch für seinen Mineralienreichtum. Steine sammeln ist ein faszinierendes Hobby finden die Griesbacher "Schatzsucher"; außerdem kann man damit auch genussvolles Wandern in freier Natur verbinden und die oft mühsamen Kraxeleien zu abgelegenen Fundstellen steigern Kondition und Fitness ganz enorm. - Nach dreieinhalbstündiger Anreise stiegen Griesbachs DAVler am Parkplatz Eingang Habachtal von ihren Privatautos um in den "Smaragdexpress", der sie zum "Almgasthof Alpenrose" brachte. Das Gasthaus liegt in der Nähe des einzigen Smaragdvorkommens in Europa und ist Ausgangspunkt für erfolgreiche Mineralientouren. Nach einem schnellen Check-in versuchten die fünf Mineraliensammler ihr Glück beim "Smaragdwaschen" im nahen Leckbachgraben, wobei sie aber nicht fündig wurden. Am zweiten Tag starteten sie schon zeitig ihre hochalpine Tour hinauf zur Leckbachscharte in 2.375 m Höhe. Auf bequemen Wegen erreichten sie zunächst die älteste Almhütte im Habachtal - die urige, bewirtschaftete Moa-Almhütte wurde im Jahre 1771 erbaut und befindet sich bis heute im Originalzustand. Der Aufstieg durch das wunderschöne Tauern-Hochtal mit seinem Pflanzenreichtum war für die Griesbacher Mineraliensucher zugleich eine fabelhafte botanische Exkursion. Je weiter sie nach oben kamen, umso fantastischer wurde die Aussicht: Rauschende Wasserfälle und zahlreiche Rinnsale bilden hier eine atemberaubende Naturkulisse vor den mächtigen Felswänden der schneebedeckten Dreitausender. Als sie den Wasserfall im Talschluss auf 2.000 Metern Höhe erreicht hatten, hieß es Kräfte mobilisieren, denn ab jetzt ging es steil bergauf. Vorbei an den Ruinen der Alten Thüringer Hütte arbeiteten sie sich schließlich weglos über Altschneefelder steil aufwärts zur Fundstelle, wo Mineralienexperte Gerhard Graw bald fand, was er suchte - eine Kluft, die er für seine Sammlerfans mit Hammer und Meißel öffnete. Was sie hier - dicht unter dem ehemaligen Bergwerk - fanden, lastete beim Abstieg zentnerschwer auf ihren Schultern. Nach einer entlastenden Einkehr in der Neuen Thüringer Hütte mit herrlicher Aussicht zu den schneebedeckten Tauerngrößen lag noch ein langer Weg über den steilen Noitroisteig zum Ausgangspunkt vor ihnen. Am nächsten und letzten Tag entschied sich das Steinsucher-Quintett kurzfristig für eine Tour zur Knappenwand im Untersulzbachtal, das mit seinen Halbedelsteinvorkommen ebenfalls zahlreiche Sammler anlockt. Durch den über 100 Jahre betriebenen Epidotabbau entstand eine 25 m tiefe, 15 m hohe und 10 m breite Höhle in der Knappenwand, die durch einen schmalen Wanderpfad, den Knappensteig, erschlossen wurde. Zu gerne hätten Griesbachs Schatzsucher auf diesem Weg die Höhle erreicht, aber anhaltender Regen vereitelte dieses Vorhaben. Stattdessen wanderten sie zum fantastischen Naturdenkmal Untersulzbach-Wasserfall, der über eine 50 m hohe Felsstufe in die Tiefe stürzt. Die hohe Luftfeuchtigkeit in der Felsschlucht schafft ein eigenes Klima, in dem verschiedene Moose und Flechten, wie z. B. die gelben Leuchtflechten prächtig gedeihen. Von den Aussichtskanzeln über der Schlucht präsentierte sich den DAVlern das imposante Naturschauspiel stürzender Wassermassen besonders eindrucksvoll und versöhnte sie mit den ungünstigen Wetterverhältnissen, ebenso der tolle Blick zur Venedigergruppe am Ende ihrer erfolgreichen Mineralientouren in den Hohen Tauern . Smaragde und Epidot-Funde hatten Griesbachs Mineraliensammler zwar nicht im Gepäck, als sie die Heimreise antraten, dafür aber andere wertvolle Mineralienschätze, wie z. B. Periklin, Apatit, Adular, Pyrit, Bändergneis, Quarz kristallin (Bergkristall), Diopsid und Aktinolith. (Fotos: Hinterholzer/Graw)

16. bis 18. Juli 2020: DAV-Sextett auf Hochtour am Venediger Höhenweg

Voller Vorfreude machten sich sechs Mitglieder der DAV-Sektion Bad Griesbach auf nach Osttirol, um die großartige Landschaft des Venediger Höhenwegs zu erklimmen. Begrüßt wurden sie im Virgental mit einem kräftigen Schauer, weshalb die erste Brotzeit noch im trockenen Auto verzehrt werden musste. Kaum ließ der Regen nach, wurden die Rucksäcke für den ersten langen Aufstieg geschultert. Ein steiler Weg führte die Gruppe teils wildromantisch durch große Felsblöcke hindurch. Weiter ging es auf dem Katinweg über blumenreiche Almwiesen, vorbei an neugierigen Murmeltieren und letztlich hinauf bis eine Höhe von 2600 Metern, wo man auf der Sajathütte, auch "Schloss in den Bergen" genannt, die erste Nacht verbrachte. Aufgrund der regnerischen Verhältnisse am nächsten Morgen musste der erste Klettersteig wegen Rutschgefahr aus dem Programm gestrichen werden. Bald kam aber die Sonne, so dass die Rote Säule mit 2874 Metern doch noch auf dem Normalweg bestiegen werden konnte. Auf dem Gipfel gab es Wetterkapriolen aus leichtem Schneefall, blauem Himmel und eine überragende Aussicht auf einen wunderschönen Regenbogen zu bewundern. Zurück zur Hütte, schnell den Rucksack gepackt und weiter ging`s zum nächsten Höhepunkt dieses Tages, der Kreuzspitze. Der Weg führte, teils über Schneefelder bis zum Talschluss, um dann in einem steilen Aufschwung in Form eines gesicherten Steigs rasch an Höhe zu gewinnen. Der Gipfelanstieg gestaltete sich schwieriger als gedacht, da mit zunehmender Höhe das Wetter immer schlechter wurde. Schneefall, Temperaturen unter Null Grad und starker Wind erschwerten den letzten Anstieg. Nichtsdestotrotz meisterten alle Bergsteiger mit Bravour den Gipfel der Kreuzspitze mit 3164 Metern.Für die zwei jüngsten Teilnehmer (18 und 22 Jahre) war dies der erste Dreitausender. Nach kurzer Gipfelrast erfolgte der lange Abstieg mit zweieinhalb Stunden zur Johannishütte auf 2121 Metern. Sehr abwechslungsreich zeigte sich der Venediger Höhenweg am dritten Tag. Ein steiler Pfad führte zügig hinauf aufs Türmljoch (2790 Meter). Unterwegs mussten viele Schneefelder gequert werden. Leider war der Wettergott auch dieses Mal den Bergsteigern nicht gut gesonnen. Starke Schnee- und Graupelschauer, Nebel, Wind und Kälte machten ihnen zu schaffen. Die normalerweise grandiose Berglandschaft mit eisumhüllten Dreitausendern, allen voran dem mächtigen Großvenediger mit 3666 Meter, versteckte sich hinter einer immer dichter werdenden Wolkendecke und ließ sich nicht ein einziges Mal blicken. Der Klettersteig auf das Türml, 2845 Meter, war dementsprechend auch nicht möglich, so dass zügig zur Essener-Rostocker-Hütte abgestiegen wurde. Da keine Wetterbesserung in Sicht war, entschloss sich die Gruppe kurzfristig, nicht mehr zu nächtigen. In zwei Stunden stiegen sie durchs wunderschöne Maurertal ab nach Ströden und schmiedeten auf der Heimfahrt Pläne für die nächste Tour. (Bericht: Marianne Birkeneder, Fotos: Elisabeth Göschl)

1. März 2020: Durch das "Tor zur Freiheit" von Finsterau ins böhmische Bucina

Weit über einen Meter dick kann im Winter die Schneedecke im Nationalpark Bayerischer Wald sein - aber nicht in diesem Winter! Im Grenzgebiet Finsterau/Bucina sah es bis vor kurzem bezüglich des Schneereichtums eher mau aus. Gott sei Dank sorgten ergiebige Schneefälle wenige Tage vor der geplanten Abschlusstour gerade noch rechtzeitig für Schneenachschub, sodass sich die in Kleinbussen angereisten sechzehn Wintersportler aus Alpenverein und Skiclub über 25 cm Neuschnee freuen und zum letzten Mal in dieser Saison gehörig austoben konnten. Eilig stiegen die Nordischen aus dem Rottal am Langlaufzentrum Finsterau auf ihre Skier und ließen die Schneeschuhwanderer bald hinter sich. Dabei genossen sie es, weitab vom hektischen Pistentrubel durch stille Wälder zu gleiten, auch wenn sich die Sonne anfangs nicht blicken ließ und leichter Nebel die Landschaft verschleierte. Zuerst liefen alle im klassischen Stil über die Rollerstrecke zur Buchwaldloipe und weiter zum Grenzübergang Bucina. Während einige am "Tor zur Freiheit" umkehrten und zurückliefen, um auf die Skaterstrecke zu wechseln, testete die weit größere Gruppe die relativ gut präparierten Loipen in Tschechien. Über den 1.308 m hohen Straz (Postberg) erreichten die Langläufer die von Holzpalisaden eingefasste Moldauquelle. Gerne opferten sie für das Quell-Loch einige Münzen, soll doch der Münzeinwurf Reichtum und Glück bescheren. Dann ging es in gleichmäßigem Rhytmus weiter: Linkes Bein - rechtes Bein - linkes Bein - Gleiten. Kurz vor Kvilda überquerten sie den Böhmischen Höhenrücken, um neben der Signalstraße zurück nach Bucina zu laufen, wo sie sich im Alpenhotel Alpska Vyhlidka mit den Skatern und Schneeschuhwanderern zu einer gemütlichen Einkehr trafen. Letztere hatten sich als Saisonabschlusstour die Besteigung des Siebensteinkopfs zum Ziel gesetzt. Über den Zametzer Steig erreichte das Schneetreter-Sextett die Alte Klause. Entlang des rauschenden Reschbachs ging es dann in mäßiger Steigung hinauf zur Reschbachklause, allerdings stapften hier nur noch drei Wanderer ihrem Tourenbegleiter Franz Koblbauer hinterher, denn zwei Tourengehern war der Aufstieg im schweren Schnee zu mühsam geworden, sodass sie sich am Schwellgraben zur Umkehr entschlossen hatten. Unterwegs konnte man an vielen Stellen sehen, wie orkanartige Stürme, Borkenkäferbefall und Biber das Waldbild in den vergangenen Jahrzehnten verändert haben. Während des unschwierigen Anstiegs zum Siebensteinkopf schüttelte dann Frau Holle ihre Betten über die Rottaler Wanderer aus und auch am Gipfel des 1.263 m hohen, östlichsten Bergs im Nationalpark war ihnen im Flockenwirbel kein Weitblick in die Umgebung vergönnt. Trotzdem genossen sie den Gipfelaufenthalt unter dem hölzernen Kreuz, was nicht zuletzt am Genuss des anregenden Gipfelwassers lag, das erfahrene Bergwanderer immer bei sich tragen. Erst als sie auf dem grenznahen Wanderweg nach Bucina abstiegen, lichtete sich die Wolkendecke und ließ die Sonne durchblicken. Sie gewann für den Rest des Tages immer mehr die Oberhand und sorgte für einen klaren, ungetrübten Blick auf die sanften, schneebedeckten Bergkämme des Bayer- und Böhmerwaldes. In der Gaststube des Alpenhotels machten sich indessen Langläufer, Skater und Schneeschuhwanderer in geselliger Runde vor dem Kachelofen wieder fit für den Rückweg zum Ausgangspunkt Finsterau, um unbeschwert die Rückfahrt in die schneefreie Rottaler Heimat anzutreten.

23. Februar 2020: Alpenvereins- und Skiclubsportler im schneereichen Heutal

Akuter Schneemangel im Chiemgauer 3-Seengebiet - auch Klein-Kanada genannt - zwang 36 Rottaler Wintersportler aus Skiclub und Alpenverein kürzlich auf das schneesichere Heutal bei Unken auszuweichen. "Endlich richtiger Winter", freuten sie sich beim Verlassen des Busses, stiegen eilig auf ihre Langlaufskier oder Schneeschuhe um und zogen rasch von dannen, denn nach mehreren abgesagten Schneetouren hatten alle erheblichen Nachholbedarf. Ab in die Loipe - hieß es für 26 Wintersportler, wobei sich die strapazierfähigen Skiläufer und Skater, für die der Sport ein tolles, winterliches Ausdauertraining ist, auf den Weg zur 15 km langen Winkelmoosrunde machten, während andere, die im Langlauf eher eine Bewegungsform fernab jedes sportlichen Leistungsdenkens sehen, sich kräfteschonender auf der 5 km langen, ebenen Heutalrunde bewegten. Erstere freuten sich über schnelle Spuren im Pulverschnee in größerer Höhe und Letztere genossen das gleichmäßige Dahingleiten im Tal, allerdings bei schlechteren Schneeverhältnissen. Zur gleichen Zeit folgten zehn Schneeschuhwanderer ihrem Tourenbegleiter Franz Koblbauer auf Wegen, die nicht geplant waren. So verzichteten sie auf Anraten der Alpengasthof-Wirtin auf die Besteigung des Peitingköpfls, weil der milde Winter seinen Südhang in den vergangenen Tagen bereits in rutschigen Schneematsch verwandelt hat. Mit der Moarlackrunde war schnell ein Ausweichziel gefunden und als sie auf dem Kaserbachweg in mäßiger Steigung nach oben stapften, freuten sie sich, endlich knirschenden Schnee unter den Schuhen zu spüren. Entlang des Kaserbachs ging es dann hinauf zur Moarlack, wo eine Trinkpause fällig war und hier beschloss die Zehnergruppe auch, dem gelben Hinweisschild zum 1204 m hohen Dickkopf zu folgen. Bald hatten die Wanderer eine Höhe erreicht, ab der das Schneeschuhwandern richtig Spaß macht, denn auf einem pulvrigen, weißen Schneegewand kann man wunderbar dahin schweben. Auf einer Anhöhe über dem Dachskaser blieben die Rottaler Bergfreunde dann länger stehen, um die herrlich stille Schneelandschaft und den traumhaften Blick ins Saalachtal vor der wunderschönen Kulisse der Loferer und Leoganger Steinberge zu genießen. Von der Dachs-Alm war es nur noch ein Katzensprung zum Gipfelkreuz des Dickkopfs. Freilich wäre das Gipfelerlebnis noch intensiver und fantastischer gewesen, hätte die Sonne den Kampf gegen die Wolken gewonnen, aber die gute Fernsicht und frühlingshafte Temperaturen machten den Mangel an Sonnenstrahlen und blauem Himmel wieder wett. Besonderes Vergnügen bereitete den Schneeschuhfans beim Abstieg, frische Spuren in noch unberührte Schneeflächen zu legen und wie auf kurzen Skiern abwärts, zurück zur Moarlack zu gleiten. Anschließend weiteten sie ihre Tour zum Ochsenbrunn (1129 m) aus, wo sie über Umwege das idyllische Ufer des Fischbachs erreichten, entlangwanderten bis der Uferpfad endete und der Weg nach einem schweißtreibenden, steilen Aufstieg im Bergwald wieder auf ruhigeren Bahnen zurück zum Ausgangspunkt Alpengasthof Almrose führte. In der gemütlichen Gaststube saßen bereits die Langläufer in geselliger Runde und ließen sich von der freundlichen Wirtin und ihrem geschäftstüchtigen Töchterchen verwöhnen. Die fröhliche Heimfahrt stand ganz im Zeichen der Fastnacht. Gab es bei der Anfahrt eine deftige Würstlbrotzeit, so servierten jetzt Reiseleiter Hans Venus und Skiclubpräsident Hans Hopper (beide leicht maskiert) anregende, geistige Getränke, während die junge Generation Kuchenschnitten und Muffins dazu reichte - ein wahrhaft angenehmer und heiterer Ausklang eines erlebnisreichen Wintersporttags!


Alpenvereinsjahr 2019

" Mit dem Altwerden ist es wie mit Auf-einen-Berg-steigen, je höher man steigt, desto mehr schwinden die Kräfte, doch umso weiter sieht man". (Ingmar Bergmann)


7. Dezember 2019: Wenn Sankt Nikolaus bei den DAVlern an die Tür klopft.

Die beliebteste Veranstaltung des Alpenvereins ist zweifellos die stimmungsvolle, traditionelle Nikolausfeier, setzt sie doch einen glanzvollen Schlusspunkt hinter ein gut gelungenes und produktives Bergjahr. Wer sich einen guten Platz sichern wollte, betrat schon am frühen Abend den festlich geschmückten Saal der Waldpension "Jägerstüberl", denn der Andrang war auch heuer wieder recht groß. So richtete Vereinschef Manfred F. Graw seinen Willkommensgruß an durchwegs froh gestimmte Gäste in einem dicht besetzten Saal: An seine Bergfreunde, die Vorstandschaft und an die Gäste der Ortsgruppe Pocking, Vorsitzende Anita Kälker und Schatzmeister Uli Schauwecker mit Ehefreu Traudl, sowie die Frankenberger Dirndln, die das Fest mit ihrer stimmungsvollen "Stubnmusi" musikalisch umrahmten. In seiner nachfolgenden Dankesrede wurde deutlich, wieviele freiwillige Helfer und Unterstützer wieder im Verein aktiv waren. Ganz oben auf der Liste standen die Mitglieder des Vorstandteams, die neben lobenden Worten auch mit Geschenken bedacht wurden. Allen voran Vizechefin Barbara Erdl, Schriftführerein Edeltraud Schmidt, Schatzmeisterin Elisabeth Selbach, Hochgebirgs-Tourenleiterin Marianne Birkeneder, Presseschreiberin Maria Reischl, Mitgliederverwalter Max Wimmer, Gerätewart und Webmaster Jochen Selbach, Gestalter des Jahresprogramms Peter Weis und schließlich die Tourenleiter Franz Koblbauer und Enno Hutterer, sowie die Beiräte Uli Schätz und Erhard Loher. Lob und Dank verdienten auch Alpenvereinsnikolaus und Chronist Markus Hilz, Bildberichtgestalter Hans Mayr, Quizmaster Max Loibl, Mineralien-Tourenleiter Gerhard und Irene Graw, sowie Dr. Ludwig Kronpaß für den aufschlussreichen Einblick in die Geschichte des Deutschen Alpenvereins. Nach einer Essenspause traten zwei langlährige Mitglieder zur Ehrung an. Für 25 Jahre Treue zum Alpenverein wurde Maximilian Schäufl mit Urkunde und Ehrennadel ausgezeichnet, sowie Sabine Niederhofer, die bereits auf 40 Jahre Vereinsmitgliedschaft zurückblicken kann. Alle Geburtstagskinder, die 2019 einen runden oder halbrunden Geburtstag gefeiert hatten, erhielten das Alpenvereinsjahrbuch "Berg 2020". Zur Gratulation traten an: Franz Koblbauer, Christian Pacher, Maria Winter, Irene Graw, Therese Asen, Dr. Rainer Hennicke, Hans Mayr, ehemaliger Vereinschef Siegfried Kulitza, Gertraud Saam und Lotte Teisinger. Mit der selbst verfassten Geschichte: "Die besondere Verkehrskontrolle", einer erheiternden Begebenheit aus seiner Kindheit, lockerte Vorleser Robert Erdl die Stimmung für den anschließenden Besuch des Bischof Nikolaus auf. Aber die Gestalt, die dann durch die Tür trat, sah heuer nicht so recht nach Nikolaus aus, sondern glich mit seiner roten Zipfelmütze eher einem Weihnachtsmann, denn die Bischofs-Mitra war unauffindbar, nicht aber der Bischofsstab und das goldene Himmelsbuch. Und darin waren die Missgeschicke und Schandtaten der Bergfreunde im Versmaß niedergeschrieben. Schonungslos musste so mancher DAVler die "Derbleckerei" des Nikolaus-Mimen Markus Hilz über sich ergehen lassen, so hatte der die schadenfrohen Lacher, wie gewohnt wieder auf seiner Seite. Natürlich konnte er auch Gutes berichten, so seien die Bergfreunde stets klimafreundlich mit dem Bus unterwegs und darauf bedacht, sich in den Bergen umweltschonend zu verhalten. Bevor er sich verabschiedete, verteilte Santa Claus auch Geschenke: Windlichter für die Kleinen und für die Großen Zirbenlikör. Mit der besinnlichen Geschichte: "Papa, erzähl mir vom Himmel" - vorgelesen und verfasst von Robert Erdl - kehrte nach dem anregenden Nikolaus-Auftritt wieder Ruhe im Saal ein. Bei Glühwein, Punsch und Weihnachtsplätzchen fand das Nikolausfest anschließend seine gesellige Fortsetzung. Zu vorgerückter Stunde entließ Vereinschef Manfred F. Graw dann seine Bergfreunde mit einem sinnreichen Zitat von Hans Kammerlander (Extrembergsteiger aus Sand in Taufers) in das neue Bergjahr: "Wichtig ist, dass du dich wohlfühlst, dass du die Natur um dich herum spürst - dann macht Bergsteigen und Bergwandern unheimlich glücklich".

5. November 2019: Rückblick auf ein Jahr voller unvergesslicher Highlights

Wieder neigt sich ein erfolgreiches,unfallfreies Bergjahr allmählich dem Ende zu - Zeit für die Bergfreunde inne zu halten, dankbar zurückzublicken und Neues für das kommende Jahr zu planen. Zu Beginn der diesjährigen Jahreshauptversammlung begrüßte Vereinschef Manfred F. Graw seine Bergfreunde, die Mitglieder des Vorstandsteams und die Gäste der Ortsgruppe Pocking:Vorsitzende Anita Kälker, Stellvertreterin Margit Reil und Schatzmeister Uli Schauwecker, sowie den Vortragsredner des Abends, Dr. Ludwig Kronpaß. Anschließend bat er alle Anwesenden, sich zu erheben, um des verstorbenen, ehemaligen Vereinsvorsitzenden Franz Ecker zu gedenken. "Mit insgesamt 734 Mitgliedern - die Ortsgruppe eingeschlossen - ist die Sektion ein gut aufgestellter Verein", eröffnete Manfred F. Graw seinen Tätigkeitsbericht, der wieder einmal mehr bewies, wie aktiv und abwechslungsreich sich das Vereinsleben der Sektion gestaltet. In seinem Rückblick ging der Vorsitzende auf die vielen Highlights der vergangenen Saison ein. Alle Touren und Veranstaltungen wurden sehr gut angenommen, doch rekordverdächtig war die Teilnahme an den Frühlings- und Themenwanderungen am Goldsteig und im Mühlviertel, sowie an der 5-Tage-Fahrt ins herrliche Stubaital. Zweimal scharte Mineralien-Experte Gerhard Graw Griesbachs begeisterte Schatzsucher um sich. Zwar kehrten die Teilnehmer von den Marmorbrüchen bei Adnet und Spumberg etwas unterkühlt zurück, doch sie wurden fündig und mit den wunderbaren Granatsteinen, die sie im sonnigen Ötztal in ihre Rucksäcke gepackt hatten, konnten die passionierten Steinsammler ihre Mineraliensammlung wieder beträchtlich erweitern. Nahezu alle geplanten Touren, ob Schneeschuh-Wanderungen, Bergtouren in den Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen, sowie die Jubiläumstouren in den Loferer Steinbergen, fanden dank des guten Wetters statt. So waren 2019 insgesamt 467 Teilnehmer auf Wanderung. Auch die ansprechenden Angebote der Sektions-Abende lockten viele Bergfreunde in die Veranstaltungen: Angefangen vom Filmabend mit dem spannenden Bergdrama "Nanga Parbat", dem anspruchsvollen Quizabend von und mit Ehrenmitglied Max Loibl, der von Traudl Schmidt organisierten Vereins-Maiandacht in St. Salvator bis hin zu den großartigen, von Hans Mayr gestalteten Bildvorträgen über das von Marianne Birkeneder bereiste Peru und den herrlichen Südtirol-Aufenthalt, der den Bergsommer für kurze Zeit in die winterliche Stube zurückholte. Großes Lob zollte Vereinschef Manfred F. Graw am Schluss seinem rührigen Team für die Bereitschaft sich fortzubilden und an Wanderkursen teilzunehmen; auch das hervorragende Vereinsklima sei nicht selbstverständlich, jeder sei hilfsbereit und trage damit zum Gelingen eines harmonischen Vereinslebens bei. So dankte er den Vorstandsdamen Barbara Erdl, Elisabeth Selbach, Traudl Schmidt, Marianne Birkeneder, sowie den Beiräten, dem Sektions-Nikolaus Markus Hilz und Computerfachmann Hans Mayr für ihren engagierten Einsatz. Ein Dankeschön richtete er auch an die Pockinger Abordnung für die gedeihliche und problemlose Zusammenarbeit mit der Griesbacher Sektion. Dann übergab er das Wort an Schatzmeisterin Elisabeth Selbach, der die beiden Kassenprüfer Robert Erdl und Irene Graw eine übersichtliche und einwandfreie Kassenführung für das Wirtschaftsjahr 2018 bescheinigten. Das Jahr 2019 war nicht nur erfolgreich, sondern auch ein Jahr zum Jubeln. Zu den Feierlichkeiten zum 150. Geburtstag des DAV waren auch Vereinschef Graw, Stellvertreterin Barbara Erdl und die Vorstandsdamen nach München gereist. - Dem Anlass entsprechend endete der Versammlungsabend mit einem Rückblick auf das Auf und Ab des Deutschen Alpenvereins. Vortragsredner Dr. Ludwig Kronpaß beleuchtete in seinem aufschlussreichen Vortrag "Licht und Schatten" umfassend das braune Kapitel der Bergsteigerorganisation in den düsteren Jahren von 1918 bis 1945, denn davon hörte man im Jubiläumsjahr kaum etwas. So wie das Volk Hitler hoffnungsfroh begrüßte, so taten es auch der Alpenverein und die Sektionen. Die Nationalsozialisten machten sich die Berge für ihre Ideologie zunutze und der Alpenverein ließ sich und den Bergsport von der Propaganda der Nazis vereinnahmen - der Verein pflegte das Deutschtum. Trauriger Höhepunkt: der Ausschluss der jüdischen Sektion "Donauland" aus dem Deutschen und Österreichischen Alpenverein. In den Jahrzehnten nach Kriegsende verschrieb sich der DAV neben der Pflege der Alpen auch mehr und mehr ihrem Schutz. Als Anwalt der Alpen fordert der heute fünftgrößte Sport- und größte Naturschutzverband Deutschlands konsequentere Schritte für mehr Klimaschutz und auch einer verantwortungslosen Verbauung der Alpen setzt er massiven Widerstand entgegen.

25. und 26. Oktober 2019: Warum Münchens Olympiaturm grün leuchtete

Wir lieben die Berge - und das schon seit 1869! Am Abend des 9. Mai 1869 traf sich in München eine kleine Gruppe deutscher und österreichischer Bergsteiger und gründete im Gasthaus "Zur blauen Traube" den Deutschen Alpenverein. Sie verstanden ihn als "bildungsbürgerlichen Bergsteigerverein" und verfolgten das Ziel, "touristische Erschließung voranzutreiben und die Kenntnis der Alpen zu verbreitern und ihre Bereisung zu erleichtern". Damit war der Grundstein gelegt für den heute fünftgrößten Sport- und größten Naturschutzverband Deutschlands. Seit Jahresbeginn feiert nun der Deutsche Alpenverein seinen 150. Geburtstag. Zum Endspurt der Jubiläumsfeierlichkeiten hat sich der DAV noch einmal etwas besonderes einfallen lassen: Am 25. und 26. Oktober wurde der Olympiaturm in den grünen Vereinsfarben bestrahlt - ein weithin sichtbares Ausrufezeichen für alle Alpinisten. Auch Bad Griesbachs Vorstandschaft - Vereinschef Manfred F. Graw und die Vorstandsdamen Barbara Erdl, Traudl Schmidt, Elisabeth Selbach und Marianne Birkeneder (siehe Foto!) - nahm die Einladung zum Festakt in der Kleinen Olympiahalle, sowie zur Gala im Löwenbräukeller an und am nächsten Tag folgte der Kür die Pflicht, als die Jubiläums-Hauptversammlung des DAV in der Olympiahalle über die Bühne ging. Der Aufruf zu konsequenten Schritten für mehr Klimaschutz und die Verabschiedung einer Klimaresolution standen ganz oben auf der Tagesordnung. Insgesamt beteiligten sich an beiden Tagen jeweils ca. 1000 Delegierte aus 357 Sektionen. Und auch prominente Gäste waren vertreten, wie Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Ministerpräsident Markus Söder und Alfons Hörmann, DOSB-Präsident.

20. Oktober 2019: Herbstliche Abschluss- und Jubiläumstour zum Unternberg

Die Eheleute Langenmantel bestiegen 1920 den Unternberg von Ruhpolding aus. Im Andenken an den ehemaligen Bezirksarzt Dr. Langenmantel -- Alpenvereinsvorstand der Sektion Griesbach i. R. von 1919 bis 1925 -- wurde diese Tour knapp hundert Jahre später von Vereinschef ins Programm genommen und kürzlich als Jubiläums- und Abschlusstour durchgeführt. Dichter Nebel lag über Bad Griesbach als 33 Bergfreunde die Fahrt nach Ruhpolding antraten, doch dank einer positiven Wettervorhersage wussten sie, dass im Chiemgau sonniges Wetter zu erwarten war. In Seehaus am Förchensee verließen nach zweieinhalbstündiger Fahrt 23 Bergfreunde den Bus und folgten ihrem Tourenbegleiter Franz Koblbauer hinauf zum Unternberg, auf Ruhpoldings beliebtestern Ausflugsberg. Munter plätschernd begleitete sie der Rummelbach beim Aufstieg durch den herbstlichen Bergwald, der mit seiner atemberaubenden Leuchtkraft des verfärbten Blattwerks dem goldenen Oktober alle Ehre machte. Nach einer Stunde Aufstiegsarbeit rückte die urige Branderalm ins Blickfeld, an der kein Bergwanderer ohne Einkehr vorbeikommt. Das markante Felsmassiv der Hörndlwand vor Augen, ließen sich die Bergfreunde als erste Tagesgäste an den schön gedeckten Gartentischen nieder. Eine kurze Pause sollte es werden, aber es verging fast eine volle Stunde, bis sich die gesellige Runde auflöste, um die Bergtour fortzusetzen. Gestärkt und ausgeruht ging es anschließend weiter zur unbewirtschafteten Simandlmaisalm und in Richtung Durlachkopf, den sie auf kaum sichtbaren, laubgepolsterten Waldpfaden nordseitig im Blätterregen umrundeten. Vorbei am Mittagswandl und knorrigen Baumskeletten schlugen die DAVler den breiteren Weg zur Bergwachthütte auf 1.300 m Höhe ein. Unter dem hohen Holzkreuz davor wartete die schnelle Vorhut auf die Langsameren, um mit ihnen zur Sesselbahn-Bergstation hinaufzuwandern. Dabei kamen ihnen die von Enno Hutterer angeführten Genusswanderer entgegen. Sie hatten sich bequem mit der Sesselbahn von 740 auf 1.425 m Höhe tragen lassen und legten nun den Abstieg zur Talstation auf Schusters Rappen zurück, während die Koblbauer-Wanderer sich auf der dicht bevölkerten, 2017 komplett neu erbauten Unterbergalm umsahen, keinen Sitzplatz fanden und dann die letzen 25 Höhenmeter zum Gipfel des Unternbergs aufstiegen. An Stelle des gewohnten Kreuzes fanden die Rottaler Gipfelstürmer eine bemalte Gipfelsäule, ein Marterl vor. Trotz der ungemütlichen Windstärke packten sie ihre Brotzeit aus und genossen den fantastischen Ausblick auf die Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen, zu den Loferer Steinbergen, zum Wilden Kaiser Chiemsee und auf Ruhpolding. Um Knieprobleme zu vermeiden, beendeten einige DAVler die Bergtour mit einer Talfahrt im Sessellift, doch die Mehrzahl der Bergwanderer eilte den steilen Forstweg über zahlreiche Kehren abwärts zur schmucken Raffner Alm, wo sie den farbenprächtigen Bergtag in geselliger Runde ausklingen ließen. Sie alle können nach dieser wunderbaren Abschlusstour in den Chiemgauer Alpen den Worten von Frau Bezirksrat Dr. Langenmantel nur beipflichten, die vor knapp hundert Jahren in ihr Reisetagebuch schrieb: "Immer ist die Natur in den Bergen gleich begeisternd für den Wanderer, der zur Höhe steigt; überall ist die Schönheit der Berge zu finden, wenn wir sie nur sehen."

29. September 2019: DAVler unterwegs im Schatten der Ramsauer Dolomiten

Was für ein wunderbarer Bergtag im Berchtesgadener Land! Als spätes Geschenk des Sommers breitete die Sonne am strahlend blauen Himmel noch einmal angenehme Wärme über 34 Bergfreunde des Griesbacher Alpenvereins aus, die wieder einmal auf verschiedenen Wegen wandelten. So verließen an der Schwarzbergwacht (868 m) acht Bergkraxler mit ihrerTourenbegleiterin Marianne Birkeneder den Bus, um die anspruchsvolle Tour zum Eisberg (1.800 m) in Angriff zu nehmen. Zunächst wanderten die strapazierfähigen DAVler auf dem markierten Wachterlsteig durch den noch kühlen und schattigen Wald. Nach etwa einer Viertelstunde Wanderzeit zweigten sie zum "Eingeschossenen Steig" ab, der die Nordostwand des Zirbenecks quert. Hier galt es vorsichtig zu sein, denn der teilweise aus dem Felsen herausgesprengte, sehr schmale Steig ist zwar durchwegs mit einem Stahlseil versichert, erforderte aber von den Rottaler Bergsteigern Trittsicherheit und ein hohes Maß an Bergerfahrung, vor allem weil die schwierige Passage nicht ganz trocken und damit leicht glitschig war. Konzentriert setzten die Alpinwanderer Schritt vor Schritt, bis sie schließlich erleichtert das obere Ende der Querung erreichten. Ein Blick zurück ließ sie erahnen, welch fatale Folgen hier ein Sturz haben könnte.Anschließend ging es dann im Eisbodenkar weniger spektakulär weiter aufwärts zur verfallenen Eisbodenalm und zum Gipfelgrat des Eisbergs, der sie auf einem unmarkierten, aber gut sichtbaren Pfad hinauf zum Gipfelkreuz leitete. Bevor sie über den extrem steilen "Eisbergsteig" mit Drahtseilversicherungen und Eisenleitern nach Hintersee abstiegen, ließen sie das herrliche Bergpanorama auf sich wirken. Alle alpinen Größen des Berchtesgadener Landes und Umgebung waren in der Gipfelrunde vertreten: Hoher Göll, Hohes Brett und dahinter lugte sogar der Dachstein hervor, Watzmann und Hochkalter mit Blaueisgletscher, Hochstaufen und Untersberg. Natürlich blickten sie auch in die Tiefe, ins schöne Klausbachtal, wo 26 Bergfreunde mit Tourenbegleiter Manfred F. Graw die Ramsauer Dolomiten von unten betrachteten. Schon bald nach ihrem Wanderstart am Parkplatz Hintersee betraten die Genusswanderer den Nationalpark Berchtesgaden. Am rauschenden Klausbach entlang ging es dann durch das Tal der Almen und Adler -- mit etwas Glück kann man hier Steinadler beobachten. Ihr kleiner Abstecher zur idyllischen Ragertalm wurde mit einer gemütlichen Einkehr und tollen Ausblicken auf die Mühlsturzhörner und das Hochkaltermassiv belohnt. Anschließend wanderten die DAVler auf sanft ansteigenden Wegen durch lichten Mischwald zur nächsten Attraktion: Auf einer 55 m langen Hängebrücke, die sich in 11 m Höhe elegant-grazil über das Tal schwingt, ließ sich der Klausbach leicht schaukelnd überqueren - ein Vernügen und echter Blickfang am Fuße der Ramsauer Dolomiten und außerdem ein begehrtes Fotomotiv für Fotografen. Auch an der Informationsstelle Engert-Holzstube nahmen sich die Rottaler Wanderer viel Zeit, die Informationen zum Thema "Wege zurück zur Wildnis" zu studieren und auf der Hausbank eine Trinkpause einzulegen. Dann ging es durch das steiler ansteigende Tal und felsenreiche, dunkle Nadelwälder hinauf zur Bindalm. Wer von den Almhütten einen Blick zurück ins Klaustal warf, dem präsentierte sich nun die grandiose Reiteralpe in voller Größe. Der letzte Anstieg zum Hirschbichl war schnell geschafft. Im Gasthaus Hirschbichl kehrten die meisten DAVler nicht zum ersten Mal ein, ist doch der Ort Ausgangspunkt für die Besteigung des Karlkogels, auf dessen Gipfel das Griesbacher Bergkreuz thront. Im sonnigen Gastgarten frönten die Genusswanderer bei Kaiserschmarrn und Germknödel kulinarischen Genüssen, bevor sie nach Hintersee zurückmarschierten, wo sie sich mit den Bergsteigern bei einer gemeinsamen Einkehr im Gasthaus Seeklause ein drittes und letztes Mal verwöhnen ließen.

13. bis 15. September 2019: Den Almandin-Granaten im Ötztal auf der Spur

Wie Jäger verborgener Schätze fühlten sich acht Rottaler Mineraliensammler, als sie drei Tage lang bei herrlichstem Wetter im Ötztal unterwegs waren. Da Mineraliensuchen nicht nur ein spannendes, sondern auch anstrengendes Erlebnis ist, machten sie sich kurz nach ihrer Ankunft in Zwieselstein mit einer Eingehtour im Obergurgler Zirbenwald fit für die geplanten Mineralientouren. Die Wanderung durch den 20 ha großen, geschlossenen Zirbenwald ist ein Muss für jeden Ötztal-Besucher - eine echte Rarität, die als Naturdenkmal ausgewiesen und geschützt ist. Im Schatten der bis zu 300 Jahre alten Zirbelkiefern ging es hinauf zum imposanten Rotmoos-Wasserfall, dessen gewaltige Wassermassen in einer dunklen engen Felsschlucht tosend in die Tiefe stürzten. Erfrischt vom "Bad" im Zirbenwald kehrten die Rottaler Wanderer auf pilzreichen  Wegen wieder zurück zum Ausgangspunkt. -- Über schier endlose Kurven und Kehren ging es am nächsten Tag im Kleinbus hinauf zum Timmelsjoch, wo sich Motorrad- und Porschefaher ein riskantes Wettrennen lieferten. An der Aussichtsplattform Timmelsjoch (2.509 m) legten die Rottaler Schatzsucher eine Pause ein, um den unglaublichen 180-Grad-Panoramablick auf die spektakuläre Hochgebirgslandschaft zu genießen und natürlich besuchten sie auch den nahe gelegenen , einzigartigen Skulpturenpark, bevor sie auf Südtiroler Seite unter Führung des Mineralienexperten Gerhard Graw zu einer zweistündigen Wanderung ins Seebertal starteten. Vorbei an der schmucken Hütte der Oberglaneggalm wanderten sie in mäßiger Steigung auf einem aussichtsreichen Höhenweg bergan, wobei über weite Strecken leuchtend rote Preiselbeeren die Vorübergehenden zum Naschen verführten. Als sie schließlich das Talende erreichten, konnten sie sich nicht sattsehen am Anblick, der sich nun bot -- vor ihnen lag der kleine, idyllische Seebersee , auf dessen ruhiger Wasserfläche sich die glänzenden Flanken von Seeberspitze, Hochfirst und Granatkogel spiegelten. Nach kurzer wegloser Wanderung hatten sie dann ihr Ziel erreicht, die Schottergräben des Granatkogels, -- ein Berg, der aus Glimmerschiefer besteht und über und über mit Almandin-Granat durchsetzt ist. Nur wenige Minuten später waren alle acht Mineraliensammler in einem der granatreichen Gräben verschwunden, suchten in den teils steilen Hängen nach dem begehrten Halbedelstein und wurden auch fündig. Schwer lastete der mit Mineralien befüllte Rucksack auf den Schultern, doch erst die Einkehr auf der Oberglanegger Alm brachte nach dem mühsamen Rückweg die ersehnte Entlastung und Erholung. -- Über die kurvenreiche Passstraße ging es auch am letzten Tag hinauf zum Timmelsjoch, wo sich den Griesbacher Schatzsuchern ein unerwartetes Naturschauspiel bot: Der atemberaubende Blick auf ein weißes Wolkenmeer, aus dem nur noch die sonnenbeschienenen Gipfel der Südtiroler Alpengrößen spitzten, ließ die Kameras der Hobbyfotografen auf Hochtouren laufen. Nach einem zweistündigen Fußmarsch , der ebenfalls an der Timmelsjochstraße seinen Anfang nahm, erreichten die Rottaler Schatzsucher einen weiteren Mineralienfundort am Erlebnisbergwerk Schneeberg. Das höchste Bergwerk Europas mit Knappendorf und uriger Schutzhütte befindet sich auf 2.355 m Meereshöhe. Seit dem Mittelalter fanden hier unzählige Knappen bis 1967 Arbeit und Brot, indem sie nach Silber,- Blei- und Zinnerzen gruben. Mehrere Schutthalden und Wasserstellen am heute stillgelegten Bergwerk zeugen noch von der Schürftätigkeit in vergangenen Zeiten. Und auf diese Schotterhügel schickte Gerhard Graw seine Mineraliensammler. Ihre Begier richtete sich hier auf die granatähnlichen Zinkblendekristalle, die hochglänzend und äußerst selten sind. Der ausdauernden Mineraliensuche folgte eine ausgiebige Brotzeitpause vor der Schutzhütte und anschließend der Rückweg zum Kleinbus-Parkplatz. Am Jauchenpass genehmigten sich die Griesbacher Schatzsucher noch eine längere Mittagspause, dann traten sie "steinreich" eine durch mehrere Staus verlängerte Heimreise an.

29. August bis 2. September 2019: Im Stubaital dem Himmel ein Stück näher

Genusswandern, Höhenrausch und Themenwege - das Stubaital ist ein wahres Wandereldorado, das 44 Bergfreunde aus Bad Griesbach fünf Tage lang in seinen Bann zog. Unabhängig von Kondition, Ausdauer und Bergerfahrung bot das Stubaital für jeden etwas, für Bergsteiger, sowie Berg- und Genusswanderer. Schon bei der Ankunft in Neustift lenkten schneebedeckte Berggipfel und das vergletscherte Talende alle Blicke auf sich, sodass die unternehmungsfreudigen DAVler es gar nicht erwarten konnten, im "Hotel zum Holzknecht" einzuchecken, ihre Wanderschuhe zu schnüren und loszuziehen. Als Eingehtour bot sich die Wanderung auf dem "WildeWasserWeg" an, die am Parkplatz Eisgratbahn begann und den Rottaler Bergfreunden die landschaftsformende Kraft des Wassers deutlich vor Augen führte - ein spannender Weg von Anfang an, voller dramatischer Ereignisse. Wandert man zunächst noch am Ufer des gemächlich fließenden Ruetzbaches, ist man im nächsten Moment umgeben von tosenden Wassermassen.Superlative reichen nicht aus, um die Schönheit des Ruetzkatarakts und des imposanten Grawa Wasserfalls zu beschreiben: Treppenartige Kaskaden, tosendeund gischende Wasserschwälle, wehende, aerosolreiche Wasserschleier, all das ließen die Rottaler Besucher auf sich wirken. Natürlich durfte auf dieser großartigen Wanderung eines nicht fehlen: Die genussvolle Einkehr in die bewirtschafteten Hütten der Grawa- und Tschangelairalm.

In nur wenigen Minuten schwebten die Griesbacher DAVler am nächsten Tag mit der Gondelbahn zum 2.136 m hohen Kreuzjoch, wo die nahe gelegene Aussichtsplattform "Stubaiblick" traumhafte Aussichten auf das Massiv der nahen Kalkkögel und fantastische Fernblicke über Innsbruck bis hin zum Wilden Kaiser und dem Zillertal bot. Dann trennten sich ihre Wege: Die ambitionierten Bergsportler nahmen einen der Seven Summits, den Hohen Burgstall (2.611 m) in Angriff, während eine zweite Gruppe zum Sennjoch (2.190 m) hochstieg und dort den Weg zum "Gletscherblick" und zur Starkenburger Hütte einschlug. Zeitgleich starteten die Genusswanderer ihre leichte Bergwanderung, die sie zur Schlickalm (1.616 m) und zum Panoramasee (1.570 m) hinabführte. In gemütlicher Runde hatten sich die Bergfreunde dann am Abend dieses ereignisreichen Tages viel zu erzählen.

Die faszinierende Welt von Schnee und Eis stand am dritten Tag auf dem Programm. Um in den Genuss des sagenhaften Blickes über ein fast endloses Gipfelmeer zu kommen, ließen sich fast alle Bergfreunde ohne eigene Kraftanstrengung in den Gondeln der Eisgratbahn auf eine Höhe von 3.210 m tragen. Nur die strapazierfähigsten unter den Griesbacher Alpinisten erkämpften sich mit der Besteigung des Großen Tröglers (2.902 m) eine Aussichtslage, die sie auf Augenhöhe mit den Stubaier Alpengrößen und ihren gleißenden Gletschern brachte. Auf einem 200 m langen Rundgang durch die fantastisch illuminierte Eisgrotte auf etwa 3.000 m Seehöhe tauchten die Bergfreunde anschließend ein in die Welt des ewigen Eises, dann fuhren sie per Gondel hinab zur Mittelstation, um auf dem leicht begehbaren Rundwanderweg "Dresdner Hütte" die sagenhafte Gletscherlandschaft eine Etage tiefer zu genießen, während einige DAVler den anstrengenderen Weg zum Mutterberger See - schönster Bergsee Österreichs in hochalpiner Umgebung - einschlugen. Egal, wohin sie ihre Schritte auch lenkten, letztendlich trafen sie alle in der Dresdner Hütte zur abschließenden Einkehr wieder zusammen, bevor sie zur Eisgrat-Talstation hinabschwebten.

Auch am vorletzten Tag überwanden die Bergfreunde dank Stubaicard schon einmal 800 Höhenmeter kräfteschonend in der Elferbahn, um dann gruppenweise von der Bergstation in verschiedene Richtungen auszuströmen. Die strapazierfähige "Elitetruppe" hatte es am eiligsten, sie steuerte zunächst die Elferhütte (2.080 m) an und erstürmte dann einen weiteren Gipfel der Seven Summits, die Elferspitze (2.505 m), dessen Bezwingung den Bergsteigern eingehöriges Maß an Schwindelfreiheit, Trittsicherheit und Übung im Klettern abverlangte. Auch eine zweite Gruppe nahm Kurs auf die Elferhütte, aber eben etwas langsamer. Hier zweigten die Bergwanderer ab und wandelten auf dem aussichtsreichen Panoramaweg über Wiesenwege und Grashänge ins grüne Gratzengrübl - Naturschauplatz und Kraftort in der östlichen Bergflanke des Zwölfermassivs. Dann ging es etwas steiler bergab zur Pinisalm und nach einer erholsamen Einkehr wieder zurück zur Bergstation. Hier fanden sich nach und nach auch die Bergsteiger und Genusswanderer wieder ein, die sich für eine Wanderung zur Autenalm und Klamperbergalm entschieden hatten. Nicht ohne die in unmittelbarer Nähe liegende, begehbare Holz-Sonnenuhr bestaunt zu haben, nahmen alle mit einer Ausnahme die Gondel zurück nach Neustift - eine mutige DAVlerin schwebte im Tandem-Paragleitflug zu Tal. -- Weil sich die Sonne am Abreisetag hinter einer dichten, tief hängenden Wolkendecke verbarg und somit auf Energiesparmodus geschaltet hatte, verzichteten die DAVler gerne auf einen kühlen, regenreichen Innsbruck-Aufenthalt und kehrten ohne Fahrtunterbrechung zurück in die Rottaler Heimat. Wie Vereinschef Manfred F. Graw schon vor Reiseantritt prophezeit hatte, wurde der Urlaub im Stubaital für die teilnehmenden Bergfreunde zum unbestrittenen Highlight der diesjährigen Sommersaison - nicht zuletzt dank seiner großartigen Planung und Organisation.

Familienwanderung und Bergtour am Samstag, 24. August

Am 24. August holten 26 Erwachsene und 5 Kinder im Alter von 5-10 Jahre  die wegen Schlechtwetter ausgefallene Familientour vom Juni nach. Unter Leitung von Franz Koblbauer machten sich 8 Erwachsene auf den Weg zur 1430 m hohen Rudersburg; die Übrigen folgten der Tiroler Ache auf dem alten Schmugglerweg, der schon in der Bronzezeit ein wichtiger Handelsweg war, ]flußaufwärts nach Kössen in Tirol. Ausgangspunkt für beide Touren war Ettenhausen bei Schleching. Die „Kindergruppe“ ( begleitet von Elisabeth Selbach ) blieb meist weit hinter den Erwachsenen ( begleitet von Jochen Selbach ) zurück. Nicht, weil die Kinder nicht mehr konnten, sondern weil es am Wegrand so viel zu entdecken gab: Pilze, Schmetterlinge, Blumen, und es dauerte, bis jeder einen passenden Stecken gefunden hatte. Zur Mittagsrast  trafen Alt und Jung wieder zusammen. Steil stieg man zur Ache hinunter, überquerte sie auf einer tollen Hängebrücke und ebenso steil ging es zur Wallfahrtskirche Klobenstein hinauf. Nach deren Besichtigung schlüpfte jeder durch den einer Sage nach „geklobenen Stein“, einen sehr engen Felsspalt. Auf einer Kiesbank am Ufer der rasch und stark dahinströmenden Ache machte die „Kindergruppe“ Mittagsrast. Die Füße wurden gekühlt; es gab so viele schöne Steine zum Werfen, zum Sammeln, kleinere Kiesbänke zum Erkunden, vorbeifahrenden Kajaks, Kanus , Schlauchbooten, ja sogar Stand-up Paddlern zuzuschauen, sodass sogar die Zeit zum Essen knapp wurde. Über die Hängebrücke, an der engsten Stelle des tief eingeschnittenen Tales mit beeindruckenden, aufgefalteten Felswänden, führte der Weg wieder steil nach oben und weiter nach Kössen. Diese Stelle war früher noch viel enger. Wegen eines verheerenden Hochwassers in Kössen, hervorgerufen durch einen immensen Rückstau, weil Baumstämme und Geröll an der Engstelle den Abfluss versperrten, wurden dort Sprengungen durchgeführt. Immer wieder gab es Ausblicke auf die Ache; außerdem war der Weg angenehm schattig. Es ging stetig leicht bergab und gegen 14:00 Uhr war man am Treffpunkt in Kössen. Da die „Rudersburger“ mehr Höhenmeter und einen wesentlich weiteren Weg in praller Sonne zu überwinden hatten, gab es erst mal Kaffee und Eis im Ort. Mit Ratschen und Spielen vertrieb man sich dann die Zeit bis zum Eintreffen der Bergsteiger. Das seit Spätnachmittag bedrohlich am Himmel stehende Gewitter entlud sich erst, als alle im Bus zur Heimfahrt saßen. Die Fahrt  führte parallel zur Ache nach Schleching zurück und die Kinder staunten, wie weit sie gegangen waren.