Steinernes Meer

Alpenvereinsjahr 2021

"Demut gebietend und erhebend zugleich - kaum etwas in der Natur flößt uns soviel Erfurcht ein, wie der Anblick von Bergen"!( Kofi Annan - Ghanaischer Diplomat)


17. Oktober 2021: Saison-Endspurt zum "Matterhorn des Bayerischen Waldes"

Mit seinen knapp 1.300 Metern Höhe und seiner auffälligen Erscheinung ist der doppelgipfelige Osser eine echte Prominenz im Bayerischen Wald. Seine leichte Erreichbarkeit lockte kürzlich nicht nur 22 Bergfreunde aus Bad Griesbach und Pocking an, sondern auch Heerscharen von Ausflüglern aus allen Richtungen, die noch einmal einen goldenen Oktobertag in luftiger Höhe erleben wollten, bevor spätherbstliche Kälte einzieht. Bei sonnigem Herbstwetter starteten die Rottaler Wanderer ihre zuweilen alpin anmutende Ossertour im Lamer Ortsteil Himmelreich. Schon bald führte der Weg in den schattigen Wald, wo sie einem Kreuzweg steil aufwärts zur Wallfahrtskapelle „Maria Hilf“ folgten. Hier trennten sich ihre Wege. Während die Genusswanderer mit Irene Graw die bequemere Aufstiegsvariante wählten, unternahm Gerhard Graw mit den kletterfreudigen Bergfreunden eine schwierigere, aber wunderschöne Gratwanderung. Die etwas versteckte und deshalb wenig bekannte Route verläuft parallel zum Normalweg – aber eben eine Etage höher in felsigem Terrain. Sie überraschte die DAVler mit beeindruckenden Felsformationen, bizarren Felsblöcken voller Spalten und Klüfte und Bäumen, deren Wurzeln sich am bemoosten Felsgestein festkrallen. Am Waldparkplatz „Sattel“ (927 m) kletterten sie über mächtige Felsblöcke zu den bereits wartenden Genusswanderern hinab. Gemeinsam ging es dann über einen verwurzelten und steinigen Pfad aufwärts zur Osserwiese.  Dieser von Heidelbeeren und Erika gesäumte ehemalige Weideplatz liegt wie ein Hochplateau über dem Lamer Winkel. Die fantastische Aussicht zum Hohen Bogen, Kaitersberg, sowie zu den Arbergipfeln ließ die Rottaler Wanderer längere Zeit verweilen, bevor sie sich dem markanten Gipfel des Kleinen Osser zuwandten, der zum Greifen nah vor ihnen lag. In Rekordzeit erreichten sie in nur fünfzehn Minuten den Gipfel des 1.263 Meter hohen Berges, den die Einheimischen gerne als „Matterhorn des Bayerischen Waldes“ bezeichnen. Das mag ein bisschen übertrieben klingen, aber vom Ort Lam aus präsentiert sich die felsige Gipfelpyramide dem Betrachter wirklich als Miniatur-Matterhorn. Wer sich die Felsenkraxelei zum hohen Gipfelkreuz des Kleinen Osser nicht zutraute, eilte weiter, zur Künischen Kapelle und hinüber zu seinem „großen Bruder“. Eine halbe Stunde später standen die DAVler dann am Gipfelkreuz des Großen Osser (1.293 m), dessen felsiges Gipfelhaupt einmalige Blicke auf das bayerische und böhmische Waldmeer gewährte. Ein Fernblick zu den Alpen war ihnen nicht vergönnt, denn eine von Böhmen herüberziehende graue Wolkendecke gab der Sonne kaum noch Chancen durchzublicken. Da der Besucherstrom zum Gipfelkreuz nicht abriss, stiegen die Rottaler Gipfelstürmer nach nur kurzem Gipfelaufenthalt zum 50 Meter tiefer gelegenen  Albert-Willmanm-Haus ab, das sich wie Schutz suchend an den felsigen Gipfelhang schmiegt und ebenso wie der Ossergipfel auf böhmisch-bayerischen Grenzgebiet liegt. Mit ein bisschen Glück konnten sie sich auf der Terrasse Plätze für eine längere Mittagspause sichern. Auf steinigem Bergpfad ging es danach steil hinab nach Lohberg, wo der Bus auf sie wartete. Mit der Heimfahrt ging für die Bergfreunde eine erlebnisreiche Bergtour zu Ende – und mit ihr auch die von Corona und nasskalter Witterung etwas ausgebremste Tourensaison 2021.

10. Oktober 2021: Mit Kind und Kegel durch die spannende Buchberger Leite

Unberührte Natur, frische, reine Luft, und das Rauschen klaren Wassers durch tiefe, felsige Schluchten entführte kürzlich 26 Wanderer der Griesbacher Familiengruppe in eine andere Welt – in die spannende Welt der Buchberger Leite, die zu den schönsten Wildbachschluchten Bayerns zählt.Wenige Höhenmeter, aber viele Eindrücke sammelten sie dabei auf der zehn Kilometer langen Tour – und mit Wäldern, die in allen Farben leuchteten und milden Oktobertemperaturen war ihnen auch noch maximaler Herbstgenuss garantiert. Von Freyung ausgehend, wanderte Jung und Alt mit den Tourenbegleiterinnen Marianne Birkeneder und Elisabeth Selbach zunächst auf breiten, ebenen Wegen zum Stausee und Saußbach, der sie über mehrere Kilometer begleitete. Bald erreichten sie auf schattigen Waldpfaden die Augustin Kanzel (575 m), wo die Gruppe kurz verweilte, um einen Blick auf den rauschenden Bach und die mächtigen Felsblöcke an seinen Ufern zu werfen. In mäßigem Auf und Ab ging es dann zum Zusammenfluss von Sauß- und Reschbach, die sich zur Wolfsteiner Ohe vereinigen. Ab jetzt leisteten sie nach Überquerung einer Brücke der Wolfsteiner Ohe Gesellschaft. An ihrem rechten Ufer fanden sie schließlich eine sonnige Stelle für eine längere Brotzeitpause. In ihrer Umgebung gab es viele Findlinge, die für den Bayerischen Wald so typisch sind. Welches Kind kann da schon widerstehen? Flink wie Eichhörnchen kletterten die Kids auf den Gesteinsblöcken herum, um sich schließlich für die Rast auf einen geeigneten Felssitz niederzulassen. Nach der Erholungspause begann der schönste Abschnitt der Wanderstrecke: Moosbewachsene Felsen, tiefe Felsschluchten, kleine Wasserfälle und ursprüngliche Wälder entlang der wildromantischen Wolfsteiner Ohe machten die „Mehrgenerationen-Tour“ zum besonderen Erlebnis. An der schönsten Stelle – am sogenannten Pfahl, wo die sagenumwobenen Felsen des Bayerischen Pfahls die Wolfsteiner Ohe in ihr bis zu 100 m tief eingeschnürtes Bett zwingen, verweilten die Griesbacher Wanderer längere Zeit, bevor es durch einen finsteren Tunnel hinüber zum Carbidwerk Freyung ging – den mit Stirnlampen ausgestatteten Kindern machte das großen Spaß. Bis 1974 wurde hier Calciumcarbid gewonnen, die Grubenlampen der Bergleute enthielten als Leuchtmittel das hier produzierte Carbid. Als viele Bergwerke auf elektrisches Licht umstellten, stand die Carbid-Fabrik vor dem Aus. Heute produzieren die Beschäftigten hier künstliche Edelsteine, u. a. auch Diamanten. Nach Verlassen des Fabrikgeländes führte ihr Weg sie wieder zurück zur Wolfsteiner Ohe. Die nun folgende Wegstrecke war alles andere als ein Sonntagsspaziergang. Über Felsen, Baumwurzeln und quer liegende Baumstämme stiegen sie auf unwegsamen Pfaden der Hauptattraktion entgegen. Für die Kinder war die Hängebrücke über die Wolfsteiner Ohe das absolute Wander-Highlight – begeistert spazierten sie mehrmals über die leicht schaukelnde Brücke, bevor sie sich zum Weitergehen überreden ließen. Als die ersten Ausläufer von Ringelai auftauchten, hatte der Wander-Spaß ein Ende. Im Dorfzentrum angekommen, ließen die kleinen und großen Griesbacher DAVler den wunderschönen Wandertag bei einer gemütlichen Einkehr nachwirken und ausklingen.

5. Oktober 2021: Alpenvereinssektion Bad Griesbach unter neuer Führung

Fast ein Jahr lang legte die Corona-Pandemie das Vereinsleben der Griesbacher Alpenvereinssektion lahm. Unter Einhaltung der 3-G-Regeln konnte nun endlich die für November 2020 angesetzte und auf die lange Bank geschobene Jahreshauptversammlung über die Bühne gehen, dabei stand die Neuwahl der Vorstandschaft im Mittelpunkt. Insgesamt 45 stimmberechtigte Mitglieder hatten den Weg ins neue Vereinslokal, zum Wastl Wirt gefunden. Sie alle hieß Vereinschef Manfred F.Graw willkommen, insbesondere sein zuverlässiges Vorstandsteam, sowie die Gäste der Ortsgruppe Pocking, Vorsitzende Anita Kälker, Stellvertreterin Margit Reil, Kassenwart Uli Schauwecker und Beirat Dr. Ludwig Kronpaß. Anschließend brachte er ein dringliches Thema zur Sprache: Der Hauptverein fordere eine Erhöhung der Beiträge, da für die Digitalisierung, Instandhaltung der DAV-Hütten und den Klimaschutz höhere Kosten anfallen, die an den Hauptverein abgeführt werden müssten. Der Beitragserhöhung wurde einstimmig zugestimmt. Mit der aktuellen Mitgliederzahl von 723 sei der Verein gut aufgestellt, begann Vereinschef Graw zum letzten Mal seinen ausführlichen Rechenschaftsbericht. Er blickte zurück auf ein denkwürdiges Jahr, das im Zeichen von Corona kaum gemeinsame Unternehmungen zuließ. Nur zwei Sektions-Abende und zwei Schneeschuhwanderungen konnten zu Beginn des Jahres 2020 noch durchgeführt werden, bevor harte Lockdowns gemeinsame Aktivitäten unterbanden. Gegen Corona geimpft, kamen die Bergfreunde im Frühjahr 2021 langsam wieder in Bewegung. So erwanderten sie auf dem Goldsteig eine weitere Etappe, erkletterten den Grünstein, Familien tourten rund um den Eidenberger Lusen, Mineraliensammler konnten im Alpachtal und Ötztal wieder gemeinsam ihrer Leidenschaft frönen und Bergsteiger alpine Touren in Südtirol, Berchtesgaden, im Pitztal und Chiemgau unternehmen. Insgesamt waren 2020 und 2021 bisher 115 Teilnehmer auf Wanderung. Ausgefallene Touren finden sich teilweise im Programm 2022 wieder, das in Kurzfassung den Bergfreunden bereits ausgehändigt wurde. Zum Schluss seines Berichts richtete Vereinschef Graw Worte des Dankes an Vizechefin Barbara Erdl, Edeltraud Schmidt für das Schriftliche, Elisabeth Selbach für die Kasse, Marianne Birkeneder für Familien- und Jugendbetreuung, Max Wimmer für die Mitgliederverwaltung, sowie an alle Beiräte, an Sektions-Nikolaus Markus Hilz und an Computerfachmann Hans Mayr. Anschließend übergab er das Wort an Schatzmeisterin Elisabeth Selbach, der die Kassenprüferin Irene Graw in Zusammenarbeit mit dem abwesenden Prüfer Robert Erdl für die Wirtschaftsjahre 2019 und 2020 eine saubere und einwandfreie Kassenführung bestätigte. Großen Raum nahm die darauf folgende Neuwahl der Vorstandschaft ein. Nicht mehr zur Wahl stellte sich Vorsitzender Manfred F. Graw. Elf spannende und arbeitsreiche Jahre lägen für ihn als Vereinschef hinter ihm und es sei ihm immer wichtig gewesen alle Mitglieder, auch die älteren, an gemeinsamen Fahrten zu beteiligen, betonte er. So begann er, Touren unterschiedlichen Leistungsgrades anzubieten. Besonders wichtig war ihm auch ein gutes Verhältnis zur Ortsgruppe Pocking. Als herausragendes und arbeitsintensives Ereignis seiner Amtszeit nannte er die 110-Jahresfeier der Griesbacher Sektion, die dank der Mithilfe vieler tatkräftiger Mitglieder hervorragend gelang. Des weiteren stellten sich nicht mehr zur Wahl: Barbara Erdl, stellvertretende Vorsitzende, Schriftführerin Edeltraud Schmidt - für ihre langjährige Tätigkeit als Schriftführerin wurde sie mit einem Blumenstrauß geehrt – und auch Erhard Loher, Peter Weis, Enno Hutterer und Franz Koblbauer (Kandidat für den Vereinsvorsitz) traten in ihrer Funktion als Beirat zurück. Souverän führte Wahlhelferin Anita Kälker durch die nachfolgende Wahl per Akklamation, unterstützt von Wahlhelferin Margit Reil. Zum Vereinsvorsitzenden wurde Franz Koblbauer gewählt, ihm steht Conny Hinterholzer als Vizechefin zur Seite. Elisabeth Selbach behielt ihren Posten als Schatzmeisterin, während der ehemalige Vorsitzende Manfred F. Graw in Zukunft als Schriftführer und Marianne Birkeneder weiterhin als Familien- und Vereinsjugendleiterin aktiv sein wird. Zu den Beiräten Max Wimmer (Mitgliederverwaltung), Jochen Selbach (Homepage-Pfleger und Gerätewart), Uli Schätz (Mountainbike-Touren) und Maria Reischl (Pressearbeit) gesellten sich vier neue Gesichter: Hannelore Brummer, Elisabeth Göschl, Gerhard Graw (Mineralientouren), sowie Thomas Hinterholzer (Tourenleiter). Als Kassenprüfer fungieren weiterhin Irene Graw und Robert Erdl. Als der neue Vereinschef Franz Koblbauer nach der Wahl ans Rednerpult trat und von Manfred F. Graw die Vereins-Glocke entgegen nahm, bedankte er sich für das große Vertrauen, das man ihm mit der Wahl entgegengebracht hat. Ihm sei durchaus bewusst, dass er mit der Übernahme des Vorsitzes in große Fußstapfen trete, aber mit einem zuverlässigen und aktiven Vorstandsteam an seiner Seite könne er zuversichtlich in die Zukunft blicken. Zu guter Letzt wurde des ehemaligen Vorsitzenden Franz Ecker gedacht, der Manfred F. Graw bei der Errichtung des Griesbacher Gipfelkreuzes 1982 sehr viel Rückenwind gegeben hatte. 2019 ist er unerwartet verstorben. Auf einem Gedenkschild am Karlkogelkreuz prangt seit August 2021 sein Name. Seine Familie, allen voran Ehefrau Erika bedankte sich beim Alpenverein für die Wahrung seines Andenkens in 2.196 Metern Höhe, hatte Franz Ecker doch die Berge immer sehr geliebt und das Griesbacher Gipfelkreuz noch kurz vor seinem Tod besucht.

26. September 2021: Bergtouren im Chiemgau bei sommerlichen Temperaturen

Laut Kalender ist es Herbst – doch davon ließ sich das Wetter letztes Wochenende wenig beeindrucken. So wurden 18 Griesbacher Bergfreunde mit blauem Himmel, viel Sonne und noch mehr Wärmegraden geradezu verwöhnt, als sie im Chiemgau unterwegs waren. In Marquartstein, am Parkplatz der Hochplattenbahn, begannen Griesbachs Bergfreunde ihre viel versprechenden Touren, die mit der gemütlich tuckernden, nostalgischen Sesselbahn hinauf zur Staffnalm erheblich verkürzt werden konnten. Doch die strapazierfähige Hälfte der Rottaler Wandergruppe verschmähte die Kräfte schonende Bergfahrt, sie startete die Besteigung der Hochplatte (1.587 m) an der Talstation, obwohl der Weg zur Bergstation ein ziemlicher „Forstweghatscher“ war. Ab Staffnalm ging es entweder auf breiten Wegen oder anspruchsvolleren Bergpfaden aufwärts durch den sich bereits verfärbenden Bergwald, der sich bei einer Höhe von 1300 Metern langsam lichtete und den Blick auf die Hochplattenalm und den felsigen Gipfelaufbau des Friedenrath freigab. Viele einheimische Bergwanderer fanden an diesem sommerlichen Herbsttag den Weg hinauf zur Hochplatte, denn am benachbarten Haberspitz fand eine Bergmesse der Bergwacht Grassau statt. Schon von weitem klangen die Töne der „Bergmess Musi“ zu den Aufsteigern herüber. Nachdem die DAVler einige Zeit die Vorbereitungen zur Bergmesse verfolgt und den herrlichen Nahblick  auf die felsigen Zacken der Kampenwand genossen hatten, wandten sie sich nach links und stiegen über einen steilen, schmalen Pfad, zuerst durch ein Waldstück und später durch eine felsige Latschengasse, – nass und rutschig – innerhalb von 30 Minuten zum höchsten Punkt der Hochplatte empor. Am Gipfel erwartete sie ein grandioser Rundblick über den Chiemsee, die Berchtesgadener Alpen, das Kaisergebirge, die Loferer Steinberge und die Hohen Tauern. Unterhalb des von Carsten Lewerentz geschaffenen und 1995 aufgestellten Gipfelkreuzes gönnten sich die nach und nach eingetroffenen Aufsteiger eine längere Gipfelrast. Für den Abstieg schlug Tourenbegleiter Franz Koblbauer einen leichteren Weg hinab zur Staffnalm vor. Gerne folgten ihm die Bergfreunde auf dem weniger rutschigen Pfad abwärts, doch mangels eindeutiger Wegmarkierungen der selten begangenen Route gerieten sie auf Abwege, umrundeten die Hochplatte in südlicher Richtung – allerdings auf sehr reizvollen und aussichtsreichen Bergsteigen – bis sie schließlich nach mehreren Kilometern Umweg den Weg zurück zur Staffnalm fanden. Durstig und geschafft  kehrten sie auf der Almhütte ein, wo die Genusswanderer mit Tourenbegleiter Manfred F. Graw nach ihrer 4,5 km langen Wanderung auf dem Bergwalderlebnisweg um den Großen und Kleinen Staffen ihren Durst löschten. Auf dem landschaftlich wunderschönen Rundweg waren sie an 20 Stationen vorbeigekommen, an denen man die Natur auf besondere Weise erleben kann und an zahlreichen Infotafeln, wo man Wissenswertes über Natur und Bergwald erfährt. Besondere Anziehungskraft übten Entspannungsliegen und Hängesessel auf die Genusswanderer aus – immer an Stellen angebracht, die grandiose Ausblicke auf die umgebende Bergwelt und zum Chiemsee boten. Mit der beschaulichen Sesselbahn-Talfahrt endete für Griesbachs Bergfreunde ihre letzte alpine Unternehmung in diesem Jahr.

1. bis 5. September 2021: Bergfreunde im Höhenrausch am Pitztaler Gletscher

Das Pitztal liegt in Tirol und ist ein ungefähr 40 Kilometer langes Seitental des Inntals. Zwischen Ötztal und Kaunertal wird es umringt von einer prächtigen Bergwelt mit den Höhepunkten Pitztaler Gletscher und der 3.774 m hohen Wildspitze. Dank der perfekten Planung und Organisation durch Vereinschef Manfred F. Graw war für Griesbachs Bergsteiger und Wanderer die Auswahl an reizvollen und attraktiven Touren groß und so konnte jeder der 34Teilnehmer die herrliche Pitztaler Bergwelt auf seine Weise, entsprechend der eigenen Leistungsfähigkeit erkunden und genießen. Kurz nach ihrer Ankunft in Arzl machten sich die wanderfreudigen Griesbacher DAVler ohne Verzug gemeinsam auf den Weg, um auf dem Luis-Trenker-Steig fit für die bevorstehenden Bergtage zu werden. Der wildromantische Wanderweg, benannt nach dem berühmten Bergsteiger, dessen Wurzeln in Arzl liegen, bescherte den Rottaler Bergfreunden bereits ein wenig Alpin-Feeling. Vorbei an steil aufragenden Felswänden, üppiger Flora und entlang der von Gletschern gespeisten Pitze, führte sie der abwechslungsreiche Steig durch die Pitzenklamm hinaus zur Innschlucht. Vom Ufer des noch jungen Inn ging es dann auf Waldpfaden ziemlich knackig bergauf, wobei auf einer kurzen Wegstrecke ein Höhenunterschied von 100 Metern zu bewältigen war. Auf weniger steilen und bequemeren Wegen wanderten die DAVler nach einer kurzen Rast durch idyllische Bergdörfer dem nächsten Highlight entgegen. Bald rückte die nach dem Skirennläufer benannte Benni-Raich-Hängebrücke ins Blickfeld. Mit einer Spannweite von 137,7 m und einer Höhe von 94 Metern ist sie die höchste ihrer Art in Europa. Für Ängstliche galt: Augen zu und drüber! Alle anderen genossen die fantastischen Tiefblicke auf Baumwipfel und Gebirgsfluss ebenso wie die anschließende Einkehr in das gemütliche Bungy Stüberl am Ende der Brücke – ein entspannender Abschluss der erlebnisreichen Eingehtour.

Dreigleisig erwanderten Griesbachs Bergfreunde die grandiose Tiroler Bergwelt am nächsten Tag. Die leistungsstarken Bergsteiger steuerten mit Tourenleiter Franz Koblbauer einen Aussichtspunkt oberhalb von Arzler- und Tiefentalalm an – den 2.305 m hohen Rosskopf. Während sie unterm Gipfelkreuz den fantastischen Ausblick auf den gesamten gegenüberliegenden Geigenkamm und zur wuchtigen Rofelewand am nahen Kaunergrat genossen, erholte sich eine Etage tiefer eine zweite Gruppe mit Tourenbegleiterin Waltraud Hegner auf der wunderschönen Arzleralm (1900 m) vom schweißtreibenden  Aufstieg über einen steilen, verwurzelten Waldsteig. Danach mussten sich die Almwanderer über felsiges Bergsturzgelände in ständigem Auf und Ab hinüber zur urigen Tiefental Alm (1880 m) arbeiten, die am rauschenden Gschwandbach in traumhafter Landschaft liegt. Natürlich waren die Bergsteiger schon da und erholten sich in dem kleinen Almparadies von ihrem anstrengenden Rosskopf-Abstieg, als sich die Almwanderer dazu gesellten. Anschließend ging es für beide Gruppen vorbei am Pfitschebach-Wasserfall bergab zum Bus. Nur Höhenmeter abwärts absolvierten die Genusswanderer mit Tourenleiter Manfred F. Graw: Von Plangeross (1.612 m) folgten sie dem Weg am Fluss Pitze hinab nach Neurur (1.462 m) zu den Almen und nach einer Pause weiter bis nach St. Leonhard, wo sich alle wieder trafen.

Dort wo der Himmel auf die Erde trifft – am Dach Tirols – dorthin ließen sich am nächsten Tag alle Bergfreunde mittels Gletscherexpress und Wildspitzbahn auf eine Höhe von 3.440 Meter transportieren. Überwältigt und sprachlos standen sie auf der Aussichtsplattform und konnten sich nicht sattsehen an den verschneiten und vergletscherten Alpengrößen, die rundum wie auf dem Präsentierteller vor ihnen lagen, überragt von der 3.725 m hohen Wildspitze, der höchsten Erhebung Tirols. Zurück auf der Mittelstation gingen die DAVler dann wieder verschiedene Wege. Die strapazierfähigen Bergsteiger wählten den schwierigen Weg zur Braunschweiger Hütte mit Schneefeld- und Gletscherüberquerungen, die Mineralienfans suchten erfolgreich nach wertvollen Steinen, einige  wählten den Kapellenweg und andere fuhren hinab zur Talstation, um von dort zur Taschachalpe und hinab nach Tieflehen und am Fluss Pitze entlang nach Plangeross zu wandern.


Ein stiller Bergsee stand am vierten Tag auf dem Programm. Alle, die den Aufstieg zum 2.231 m hoch gelegenen Riffsee scheuten, bedienten sich der kräfteschonenden Beförderung per Seilbahn hinauf zum höchst gelegenen Natursee Österreichs. Die Hochleistungsgruppe visierte, wie erwartet wieder einen Berggipfel an, den Brandkogel, dessen 2.676 m hoch gelegenes Gipfelkreuz nur durch Klettereien zu erreichen war, alle anderen beendeten ihre See-Umrundung mit einer Einkehr in der Sunna Alm oder Rifflseehütte. Wer die herannahenden dunklen Wolken kritisch beobachtete und richtig zu deuten wusste, ließ sich von den Gondeln der Seilbahn hinunter nach Mandarfen tragen. Die Absteiger dagegen, das dramatische Wolkenbild missachtend, wurden von heftig einsetzenden Regengüssen überrascht und kamen durchnässt am Bus an – eine unfreiwillige Dusche von oben, auf die sie gerne verzichtet hätten.

Nur ungern packten die Griesbacher DAVler ihre Koffer für die Heimreise am nächsten Tag, aber auf ein Highlight konnten sie sich unterwegs zum Schluss noch freuen – auf einen Stadtbummel durch die schmucke Innsbrucker Altstadt – war er doch vor zwei Jahren buchstäblich ins Wasser gefallen. So wanderten sie bei herrlichem Sommerwetter über den Hofgarten zur Altstadt und besichtigten alte historische Gebäude, die Hofburg, Annasäule, den Dom St. Jakob, den Stadtturm, die Triumphpforte und natürlich auch das berühmteste Wahrzeichen der Stadt, denn wer das „Goldene Dachl“ nicht gesehen hat, war nicht wirklich in Innsbruck.

15. August 2021: Almerlebnis und Gipfelfreuden in filmreifer Bergkulisse

Sonnige, regen- und gewitterfreie Sommer-Sonntage gab es heuer bisher nur wenige. So hatten zwölf Griesbacher DAVler kürzlich mit dem Wetter Glück, als sie sich im Berchtesgadener Land, wie schon so oft, zweigleisig auf den Weg machten. An der Hirschbichler Passstraße trennten sich ihre Wege. Während acht Bergfreunde sich für die wenig beschwerliche Tour zur Litzlalm entschieden, stiegen vier strapazierfähige und hitzeresistente Bergler hoch zum Griesbacher Gipfelkreuz am Karlkogel. Diese Tour ist zwar anspruchsvoll und anstrengend, aber landschaftlich unheimlich schön und abwechslungsreich. Immerhin führt sie über 1.040 Höhenmeter durch verschiedene Vegetationszonen des Nationalparks Berchtesgaden. Ausgehend vom Gasthof Hirschbichl (1.153 m) folgten die Bergsteiger mit Tourenbegleiter Franz Koblbauer einem breiten, aber steilen Weg hinauf zur Mittereisalm in 1.325 Metern Höhe. Nach Überquerung der Almwiese ging es in zahlreichen Kehren durch den lichten Lärchenwald hoch zur Mooswandrinne, die sie über bemooste Felsblöcke in noch schattiger Lage überwanden. Für den Rest des Weges jedoch, waren sie unbarmherzig der Sonnenhitze ausgesetzt. Durch Latschenfelder, die kein Ende nehmen wollten, arbeiteten sie sich schließlich zum Gipfelkreuz hoch, das sie nach dreistündiger Aufstiegsarbeit schwitzend erreichten. An eine Gipfelrast war vorerst nicht zu denken, hatten sie doch dort oben einen Auftrag zu erledigen: Das Gipfelkreuz verlangte nach einem neuen Anstrich, außerdem musste eine kleine Gedenktafel an seinem Stamm angebracht und ein neues Gipfelbuch aufgelegt werden. Danach konnten die vier Gipfelstürmer endlich entspannen und an der Grenze zwischen Bayern und Österreich die Aussicht auf die fantastische Bergwelt genießen. Selbst beim Abstieg sammelten sie noch pflichtbewusst Unrat auf dem Weg ein, obwohl die Sonne nachmittags noch gnadenloser vom wolkenlosen Himmel schien. Im Gasthaus Hirschbichl trafen dann alle zwölf Bergfreunde wieder zu einer gemeinsamen Einkehr zusammen; die einen erhitzt und ausgepowert, die anderen entspannt und mäßig strapaziert. Denn angenehm schattig und wenig belastend erlebten die acht Genusswanderer mit Tourenbegleiter Manfred F. Graw ihre 13 km lange Rundtour um den Götschstein zur Litzlalm. Auf breiten Wanderwegen - gesäumt von bekannten und seltenen Bergblumen - überwanden sie problemlos 500 Höhenmeter. Dabei konnten sie die herrlichen Aussichten auf die Leoganger und Loferer Steinberge, sowie die zerklüfteten Kalkriesen der Reiteralpe ohne Zeitnot genießen. Als sie die originelle Möserwald Hütte mit einem plätschernden Brunnen davor und tollem Bergpanorama dahinter erreichten, genehmigten sie sich eine längere Trinkpause. Das einzige Hindernis, das es auf ihrer Wanderung zu überwinden galt, waren sture Almkühe, die zum Schluss den leicht ansteigenden, breiten Forstweg durch den Wald blockierten, der sich schließlich zu den sanft ansteigenden Almwiesen der Litzlalm öffnete. Wegen ihrer prächtigen Lage und der atemberaubenden Bergkulisse – besonders auf die Mühlsturzhörner der Reiter Alm – ist die Litzlalm ein beliebter Drehort für Bergfilme. Natürlich ließen sich die Rottaler Bergfreunde eine Einkehr in die urige Jausenstation mit grandiosem Bergblick nicht entgehen. Auf einem schmalen, wurzelreichen Bergsteig eilten sie dann in kurzer Zeit hinab nach Hirschbichl – ihrem Endziel und ihrer zweiten Einkehr entgegen. (Fotos: Göschl/Reischl)

05. bis 08. August 2021: Alpinisten auf Traumpfaden unterwegs in Südtirol

Auf Traumpfaden in Südtirol zwischen Villnösstal und Grödnertal waren neulich sechs Bad Griesbacher Alpinisten unterwegs. In diesem Jahr zeigte sich der Wettergott den Alpinisten von der freundlichen Seite. Bis zum Brenner regnete es noch in Strömen, doch dann kam die Sonne - und blieb vier Tage lang ein guter Begleiter. Vom malerischen Villnösstal, der Heimat von Reinhold Messner, stiegen die Bergwanderer über die Gampenalm zur Schlüterhütte auf 2306 Meter. Nach einer kurzen Pause führte noch eine leichte Wanderung auf den Zendleser Kofel (2422 Meter), dem Hausberg der Hütte, in der schließlich übernachtet wurde. Am zweiten Tag war der erste Höhepunkt geboten: der Peitlerkofel mit 2875 Metern Höhe. Nach eineinhalb Stunden Zustieg folgte eine kurze Kletterpartie auf den Gipfel. Zur Belohnung gab es grandiose Fernsicht von den Zillertaler Alpen im Norden, der Marmolada im Süden und bis zum Großvenediger. Doch es folgte noch der anstrengendere Teil des Tages, der vierstündige Übergang zur Regensburger Hütte im Grödnertal. Nach einem längeren Abstieg ging es über Schotter steil hinauf zur Wasserscharte auf 2642 Metern, um dann über das Wassertal zur Hütte abzusteigen. Über das Wasserrinnental ging es am dritten Tag ostseitig über einen leichten Klettersteig auf den Sas Rigais mit seinen 3025 Metern. Leider blieb der Gipfel im Nebel verhüllt und die Aussicht auf die Südtiroler Berge versperrt. Über einen weiteren Klettersteig ging es westseitig sehr steil wieder hinab zur Regensburger Hütte. Den Kaffee gab`s noch gemütlich auf der Terrasse mit Blick auf den Langkofel, bevor ein Gewitter aufzog. Am letzten Tag nahm die Gruppe den sehr steilen Weg über die Mittagsscharte, nochmals auf knapp 2600 Metern, und weiter auf den Adolf-Munkel-Weg zurück zum Ausgangspunkt auf die Zanser Alm, Gut gelaunt und mit vielen positiven Eindrücken machten sich die Alpinisten auf den Heimweg ins Rottal. (Bericht: Marianne Birkeneder)

30.07. bis 01.08. 2021: Von Gletschern, Granatsteinen und Gebirgsblumen

Wo über sechzig Dreitausender in den Tiroler Himmel ragen und steile Berghänge mit ihrem vielfältigen Mineralien-Reichtum locken, dorthin zog es kürzlich sechs Mineraliensammler des Alpenvereins – ins wunderschöne Ötztal. Nach viereinhalb-stündiger Fahrt erreichten die passionierten Sammler Zwieselstein im hinteren Ötztal. Nach einem schnellen Check-in beim Brückenwirt machten sie sich, ohne viel Zeit zu verlieren, auf den Weg Richtung Sölden. Die Fahrt auf der Ötztaler Gletscherstraße hinauf zum Rettenbachferner war genau das Richtige, sich an Höhen von über 3000 Metern zu gewöhnen. Zahlreiche Serpentinen und 11 Prozent Steigung erwarteten sie auf der insgesamt 13 Kilometer langen Mautstraße. Schon von weitem war der mächtige Rettenbachgletscher zu sehen. Seit der Wintersportsaison 2000/2001 feiert der alpine Skiweltcup hier jährlich den Saisonauftakt mit Skistars aus aller Welt. In einer Höhe von 2.674 Metern standen die Bergfreunde dann staunend vor der Gletscherzunge des „sterbenden“ Rettenbachferners, der sich wie alle Alpengletscher Jahr für Jahr immer mehr zurückzieht. Einmal Höhenluft geschnuppert, wollten die Rottaler Bergfreunde noch höher hinaus. In der Schwarze- Schneid-Bahn entschwebten sie auf eine Höhe von 3.250 Metern. Das ist der höchste Punkt im Ötztal, der mit einer Seilbahn erreicht werden kann. Und um dem Himmel noch ein Stück näher zu kommen, ging es zu Fuß, über Schneefelder und schroffes Felsgestein weitere 90 Höhenmeter hinauf zur runden Aussichtsplattform der Schwarzen Schneid mit der hoch aufragenden, eisernen Kraftpyramide auf 3.340 Meter Höhe. Belohnt wurde der 20-minütige Aufstieg mit einem atemberaubenden 360 ° Panorama auf die Ötztaler und Stubaier Alpen, zur Zugspitze und zu den Dolomiten. Allein der einzigartige Ausblick zum höchsten Berg Tirols – zur Wildspitze (3.768 m) – wäre die Mühe des Aufstiegs wert gewesen. Der Abstecher zum Hotel Silbertal bei der Abfahrt nach Sölden lohnte sich für Griesbachs Mineraliensammler in doppelter Hinsicht: Konnten sie doch auf der aussichtsreichen Sonnenterrasse der mondänen Hotelanlage in 2.020 m Höhe bei einer gemütlichen Kaffeepause wunderbar entspannen und eine sensationelle Edelsteinsammlung in den Gängen des Eingangsbereichs besichtigen, wo Fundstücke des „Granaten-Yeti“ – Ötztals hingebungsvollster Mineraliensammler – und weitere Edelsteine aus aller Welt ausgestellt sind. Vom Anblick der einzigartigen Granatkristalle des „Granaten-Yeti“ tief beeindruckt, begaben sich Griesbachs Schatzsucher dann am nächsten Tag selbst auf Granatsuche. Schon früh am Morgen ließen sie sich mit der Hohe-Mut-Bahn von Obergurgl bequem auf über 2600 Meter Höhe befördern, wo sie erst einmal die herrliche Kulisse von 21 großteils vergletscherten Dreitausendern auf sich wirken ließen, bevor sie losmarschierten. Vom grasigen Rücken der Hohen Mut stiegen sie auf steilem Weg über Moränenschutthalden ins Gaisbergtal ab. Nach Überquerung des Gletscherbachs ging es hinauf, Richtung Gaisbergferner am Fuße des Granatenkogels. Die ergiebigste Fundstelle für Granatsteine liegt auf 3000 m Höhe und ist nur über eine mühsam begehbare Schutthalde mit Kletterei in nicht ungefährlichem Steilgelände schwer zu erreichen. Drei leidenschaftliche Sammler aus der Gruppe nahmen diese Mühe mit Erfolg auf sich, die anderen suchten in den mehr oder weniger steilen Halden unterhalb der Granatenwand ihr Glück und wurden tatsächlich auch fündig: Gesteinsbrocken mit Granateinschlüssen, aber auch einzelne Granatkristalle und Glimmerschiefer-Steine mit Hornblende-Einschlüssen wanderten in ihre Rucksäcke. Beim Abstieg nach Obergurgl trafen Griesbachs Mineraliensammler dann wieder zusammen und weder die schwere Last der Steine, noch der einsetzende Regen konnte ihnen nach zwei niederschlagsfreien, herrlichen Bergtagen die Laune verderben. Mit dem Besuch der Swarovski Kristallwelten in Wattens ließen sich die Mineralienfans am regnerischen Rückreisetag von ganz besonderen Steinen verzaubern – von Steinen, die funkeln wie Diamanten – von meisterhaft geschliffenen Bleikristall-Glassteinen aus Menschenhand. (Fotos: Irene Graw/ Maria Reischl)

27. Juni 2021: "Schatzsucher" des Alpenvereins unterwegs im Alpbachtal

Sinkende Inzidenz-Zahlen in Bayern und im benachbarten Österreich gaben den "Schatzsuchern" des Alpenvereins endlich die Chance, nach fast einjähriger Sammelpause wieder einzutauchen in die faszinierende Welt der Steine & Mineralien. So machten sich sieben Griesbacher Mineralien-Fans in Privatautos auf den Weg nach St. Gertraudi - ein Ortsteil der Gemeinde Reith im Tiroler Alpbachtal. Bevor Tourenbegleiter und Mineralienexperte Gerhard Graw die Sammler zum stillgelegten Bergwerk führte und danach auf ein nahe gelegenes Fundgebiet losließ, gab er ihnen am Parkplatz wertvolle Informationen zur Bergbaugeschichte der Regionen St. Gertraudi und Schwaz. Vom 15. bis ins 19. Jahrhundert wurde hier vorwiegend Kupfer- und Silberbergbau betrieben. Zu Zeiten der Fugger waren die Tiroler Lagerstätten die größten Silberlieferanten der damals bekannten Welt und sicherten ihren Nutznießern das weltweite Silbermonopol, das erst durch die Entdeckung und Ausbeutung der reichen Silberlagerstätten in Übersee bedeutungslos wurde. Wenn auch die Silber- und Kupfergewinnung schon lange der Vergangenheit angehört, so wurde doch in den Revieren Groß- und Kleinkogel bis 1969 Schwerspat abgebaut. Noch heute befinden sich zahlreiche Mineralien in den Stollen, die aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden dürfen, doch einen Blick hineinzuwerfen, war den Rottaler Sammlern schon erlaubt. Als ihnen daraus eisige Kälte entgegenschlug, machten sie schnell einen Rückzieher und folgten ihrem Tourenleiter - vorbei an den heute noch bewohnten Bergwerksgebäuden - zur ersten Fundstelle. Als sie davor standen, kribbelte es bereits in ihren Fingern, während ihnen Gerhard Graw noch erklärte und zeigte, wonach sie suchen sollten: Schwerspat- bzw. Dolomitstücke, auf denen sich besonders oft schöne, blaue Azurit-Kriställchen befinden, häufig mit Malachit vergesellschaftet, der smaragdgrüne, faserige Krusten und nierenförmige Aggregate bildet. Eifrig begannen die Sammler danach zu suchen und konnten bereits einige Schätze heben und im Auto verstauen, bevor es anschließend auf dem Kupfererzweg und Alpenvereinssteig aufwärts zur zweiten, ergiebigeren Fundstelle ging. Nach kurzer Wanderung standen sie dann vor einer extrem steilen Halde, die sich bis hinauf zum Waldrand erstreckte. Hier hochzuklettern war nicht ganz ungefährlich und wer sich den Aufstieg nicht zutraute, konnte am Fuß der Halde sammeln. Mit Spitzhammer und viel Ausdauer arbeiteten sich Griesbachs Mineraliensammler am steilen Hang nach oben, immer auf der Suche nach Steinen, die von Kupfermineralien besetzt, grün und blau in der Sonne leuchteten. Ganz oben, am Rand der Halde konnten die "Aufsteiger" dann einen vorsichtigen Blick in einen offenen Stollen werfen, der sich tief und schmal wie eine Gletscherspalte und von Gestrüpp etwas verdeckt, vor ihnen auftat. Der ganze Berg und die benachbarte Schwazer Bergregion ist von einem umfangreichen Stollensystem von mehreren hundert Kilometern durchzogen. - Ein lauschiger Platz für eine längere Entspannungs- und Brotzeitpause war nach der kräftezehrenden Suche schnell gefunden. Inmitten herrlicher Alpenblumen, umflattert von Schmetterlingen wie Dickkopffalter, Mauerfuchs und Trauerfalter genossen sie die wunderbare Aussicht hinunter nach St. Gertraudi, zur Burgruine Kropfsberg und hinüber zu den herrlichen Tiroler Bergen ebenso, wie ihre mitgebrachte Brotzeit. Da an diesem anfangs bewölkten und kühlen Tag die Sonne nachmittags an Strahlkraft und Wärmegraden enorm zugelegt hatte, beschloss man einstimmig, sich beim Kammerlander im schattigen Biergarten abzukühlen und die erfolgreiche Mineralientour in geselliger Runde bei Kaffee und Kuchen zu beenden.

20. Juni 2021: Von Felsentürmen und rauschender Wildbachidylle im Bärnloch

Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah, dachte sich Tourenbegleiterin Marianne Birkeneder und fasste für die Familiengruppe ein für die heiße Jahreszeit ideales, der Rottaler Heimat nahe gelegenes Wanderziel ins Auge. Denn faszinierende Natur, Gipfelfreuden mit grandiosen Ausblicken, Klettereien an Felsentürmen und wildromantische Bachlandschaften gibt es schon nach einer Stunde Autofahrt am Eidenberger Lusen, kurz vor Wegscheid. Da sich nur wenige Interessierte angemeldet hatten, war die Überraschung groß, als sich am Treffpunkt weitere kurz Entschlossene mit Kindern einfanden. So machten sich sechzehn Wanderer - fünf Kinder und elf Erwachsene - verteilt auf vier Autos auf den Weg. Direkt am Waldrand bei Hartmannsreut startete die muntere Gruppe am Bärnlochweg ihre abwechslungsreiche Wanderung, auf der es für Klein und Groß viel zu entdecken gab. Gleich zu Anfang ging es richtig steil aufwärts und als sich bereits nach kurzer Strecke mächtige Felsenberge in Wegnähe auftürmten, preschte die Jugend mit ihrer Tourenleiterin auch schon los, um die Felsriesen zu erstürmen - einige kletterfreudige Erwachsene im Schlepptau. Nach nur zehn weiteren Wanderminuten standen sie vor der 1973 erbauten Lusenkapelle. Das kleine Kirchlein in Blockbauweise, mit den langen Sitzbänken davor, lud zu einer ersten Rast- und Trinkpause ein. Es dauerte nicht lange, bis einer der jugendlichen Wanderer das herabhängende Seil in der offenen Kapelle entdeckt hatte, daran zog und die Glocke im Turm zum Bimmeln brachte. Daraufhin wollten alle ran - so verzehrten die Erwachsenen unter Glockengebimmel ihre Brotzeit. Rechts neben der Kapelle führt ein steiler Weg auf den 733 m hohen Gipfel des Eidenberger Lusen. Im Volksmund wird oft vom kleinen Bruder des Dreisessel gesprochen, da die sogenannten Lusentürme ähnlich denen des Dreisessel sind. Da man den wuchtigen Aufbau der Lusen-Felswände nur von unten bestaunen kann, folgten Kinder und Erwachsene ihrer Tourenleiterin durchs dichte Unterholz zur Basis des felsigen Lusengipfels. Staunend blickten sie hoch und so mancher Klettermaxe schaute sehnsüchtig den Kletterern in den Felswänden zu. Über den kurzen, aber steilen Normalweg erreichten die Rottaler Wanderer schließlich den Lusengipfel. Unter dem hohen Gipfelkreuz genossen sie die herrliche Aussicht hinüber nach Wegscheid zum Dreisesselberg-Massiv, Steinernen Meer, Plöckenstein Hochficht und zum Rannasee. Danach ging es zügig auf einem steilen Bergpfad abwärts, der mit einer kurzen Rutschpartie für die Kleinen wieder in den Bärnlochweg mündete. Baumstumpf-Sitze mit Durchsicht-Smileys, Felsenhöhlen und -tore zum Durchkriechen, junge Tannensämlinge, jede Menge Maikäfer, bunte Wildblumen am Wegesrand und vieles mehr - nichts blieb den Augen der Kids verborgen. Als der Wald sich öffnete und den Blick auf den kleinen Ort Eidenberg freigab, stürmten die Kinder hinab ins Tal, der versprochenen Abkühlung entgegen. Kaum kam der rauschende Osterbach in Sichtweite, leuchteten die Kinderaugen. Flugs schlüpften die Kids aus ihren Wanderschuhen und schon standen sie im erfrischenden, kühlen Nass. Spontan folgten die Erwachsenen ihrem Beispiel, um sich im klaren, sprudelnden Wasser geeignete "Sitzfelsen" für eine längere Mittagspause auszusuchen. Bachaufwärts wandernd, zeigte sich der idyllische Grenzbach zwischen Bayern und Österreich mit kleinen Wasserfällen und üppigem Pflanzenbewuchs an den Ufern von seiner schönsten Seite. Den Endspurt zurück zum Autoparkplatz brachten sie schnell hinter sich, hier gab es ja auch nicht mehr viel Spektakuläres zu sehen. Mit einem erfrischenden Bad im Rannasee beendete die Familiengruppe des Alpenvereins eine bezaubernde Rundwanderung, die als echter Geheimtipp für einen gelungenen Familien-Wandertag gilt. Da das viele noch nicht wissen, konnte die Griesbacher Familiengruppe die großartige Natur und Landschaft am Eidenberger Lusen ungestört in vollen Zügen genießen.

13. Juni 2021: Unterwegs am Goldsteig - von Arnschwang nach Thenried

Nach über einem Jahr coronabedingter Zwangspause legten die DAVler nun wieder los. Mit einer zweiten Wanderetappe auf dem Goldsteig machten 18 Bergfreunde der Sektion Bad Griesbach und Ortsgruppe Pocking den Anfang. Glücklich, wieder gemeinsam wandern zu dürfen, störte es sie wenig, bei der Anfahrt zum Ausgangspunkt im Kleinbus FFP2-Masken zu tragen. Als sie in Arnschwang, dem "Tor zum Hohen-Bogen-Winkel" nach Verlassen des Busses sich ihrer Masken entledigt, Wanderschuhe geschnürt und Rucksäcke geschultert hatten, sahen sie sich erst einmal im staatlich anerkannten Erholungsort um. Großes Interesse erweckte der weltweit wohl einzige Labyrinthbrunnnen am Dorfplatz. Das aus einem einzigen Granitblock von Toni Scheubeck geschaffene Kunstwerk will durch die Labyrinthform auf die uralte Geschichte Arnschwangs und auf das unterirdisch stark verzweigte Höhlensystem verweisen. Anschließend ging es hinauf zur barocken Pfarrkirche St. Martin; weithin sichtbar bildet sie den Mittelpunkt des attraktiven Urlaubsortes. Nicht weit vom Gotteshaus entfern, besichtigten die Rottaler Wanderer das im 14. Jahrhundert erbaute Wasserschloss zwischen zwei Armen des Chamb-Flusses. Seit 2009 erwacht es mit einer umfassenden Sanierung allmählich wieder aus dem Dornröschenschlaf. Nach soviel Kunst und Kultur starteten die Bergfreunde mit Tourenbegleiter Franz Koblbauer dann ihre geplante Goldsteig-Tour. Auf dem Goldsteigzubringer wanderten sie am Malerwinkel über den Chamb-Fluss und dann auf Feldwegen in Richtung Waldrand. Entlang des Waldlehrpfades, vorbei an 14 Kreuzwegstationen, führte ihr Weg anschließend über 150 Höhenmeter hinauf zur kleinen, schindelgedeckten Trettinger Kapelle. Die Rottaler Wanderer nutzten den schönen, ruhigen Ort vor der Kapelle, inmitten eines dichten Fichten- und Buchenwaldes für eine erste, erfrischende Trink- und Ruhepause. Nach kurzer Wanderstrecke erreichten sie schließlich den Goldsteig-Hauptweg. Das grüne Blätterdach des Waldes spendete an diesem sehr warmen Frühsommertag angenehmen Schatten und machte das Wandern zum echten Vergnügen. Auf dem ständig ansteigenden Weg über Grafenried traf die Koblbauer-Wandergruppe dann auf die Teilzeitwanderer, die mit Tourenleiter Manfred F. Graw kräfteschonend die Hälfte des Weges im Bus zurückgelegt hatten. Gemeinsam suchten sie im Wald einen geeigneten Rastplatz, wo sie sich eine längere Mittagspause gönnten, bevor die nun vollständige Wandergruppe den steilen Aufstieg zur Burgruine Lichteneck in Angriff nahm. An Lichtungen, die in den vergangenen Jahren durch Fällungen der vom Borkenkäfer befallenen Bäume entstanden, boten sich unterwegs immer wieder schöne Ausblicke zum Hohen Bogen mit seinen Fernmelde- und Sendetürmen. Die ehemals hochmittelalterliche Gipfelburg auf dem Schlossberg in 700 Metern Höhe, wurde Anfang des 13. Jahrhunderts erbaut. 1982 hat man die Reste der Burg, nachdem sie um 1600 langsam verfallen war, saniert. Ein 20 m hoher Bergfried aus Bruchsteinmauerwerk und Reste eines Wohnhauses sind Zeugen einstiger Ritterherrlichkeit. Wer den Aufstieg im dunklen Turm nicht scheute, wurde auf seiner Plattform mit grandiosen Ausblicken zum Hohen Bogen, in den Lamer Winkel und auf die umliegenden Bayerwald-Berge belohnt. Zügig stiegen die Bergfreunde nach längerem Aufenthalt ab nach Rimbach. Der Besuch der hiesigen Pfarrkirche St. Michael war ein Muss, denn die spätbarocke Kirche mit dem modernen Kirchenanbau - ein Oktogon im steilen Satteldach - zeigt den mutigen Versuch, Gewesenes und Gewordenes zu vereinen. Nach einer letzten, kurzen Wanderung zum nahe gelegenen Dorf Thenried ließen die DAVler ihre zweite Goldsteig-Etappe, auf der sich idyllische Orte, Kultur und grüne Natur wohltuend abwechselten, bei einer Einkehr in entspannter Atmosphäre ausklingen.

30. Mai 2021: Endlich wieder in Bewegung - Klettertour zum Grünsteingipfel

Große Freude herrschte in Bad Griesbach, als feststand, der Klettersteig-Kurs kann stattfinden. Unter Einhaltung der geltenden Corona-Regeln ging es nach Berchtesgaden. Sechs Teilnehmer von 12 bis 60 starteten vom Parkplatz am Königsee zur Einstiegsstelle oberhalb der Rodelbahn. Bevor es ans Klettern ging, hieß es aber zuerst, sich mit dem Klettergurt und Klettersteig-Set vertraut zu machen. Unter sachkundiger Anleitung und Kontrolle von Christoph und Marianne Birkeneder ging es dann endlich an die Wand. Die anfängliche Unsicherheit war schnell vorbei und es ging mit großer Freude und Genuss am Klettern zum Gipfel. Auch die Jüngste, die 12-jährige Emmi, meisterte souverän den Klettersteig der Kategorie A/B. Die Brotzeit auf dem Gipfel mit Sicht auf die immer noch verschneiten Berge hatte sich jeder verdient. Nur König Watzmann versteckte sich hinter den Wolken. Auf dem Wanderweg ging es dann wieder talwärts zum Parkplatz. Bevor es heim ging, meldeten sich gleich alle für die nächste Kletterei auf den Hohen Göll am Sonntag, 18.07.2021 über den Schustersteig an. (Bericht und Fotos: Marianne Birkeneder)


Alpenvereinsjahr 2020

"Wichtig ist, dass du dich wohlfühlst, dass du die Natur um dich herum spürst - dann macht Bergsteigen und Bergwandern unheimlich glücklich". (Hans Kammerlander, Extrembergsteiger)


20. September 2020: Über den Brenner-Riesensteig hinauf ins Höllengebirge

Um sich auch in Coronazeiten fit für anspruchsvolle Bergtouren zu halten und das wunderbare Spätsommerwetter zu genießen, entschlossen sich vier DAVler spontan, dem Gipfelkreuz des Dachsteinblicks am Attersee einen Besuch abzustatten. Die schattige Tour für Griesbachs Frühaufsteher begann am Forstamt in Steinbach (470 m) am Ufer des noch wolkenverhangenen Sees. Zunächst folgten sie einer Seitenstraße, die schon bald in einen steilen Waldweg einmündete. In vielen Kehren ging es dann im Bergwald aufwärts zu immer schrofferen Felspartien, wobei man bei der Umrundung entwurzelter Bäume schon viel zu viel Energie verschwenden musste. Der Einstieg zum Brenner-Riesensteig über eine 20 Meter lange, geneigte Eisenleiter lag noch im Nebel, als sich die Rottaler Bergsteiger mithilfe von Drahtseilversicherungen über unwegsame Felsblöcke nach oben schwangen. Im weiteren steilen, für schwindelfreie Bergsteiger gut zu bewältigenden Anstieg, bewegten sie sich stets im Schatten der schroffen Geiswand, die dem Attersee sein alpines Gepräge verleiht. Fantastisch waren die Tiefblicke zum Attersee, die sich den einsamen Rottaler Wanderern bei Verschnaufpausen immer wieder boten. So verbarg sich Österreichs längster und tiefster See unter einer flauschigen, weißen Wolkendecke, aus der die Berge in einen strahlend blauen Himmel ragten. Durchwegs steil, aber nun von der Sonne begleitet, ging es schließlich hinauf zum Plateau des Höllengebirges; vorbei am letzten massiven Felsklotz erreichten die Rottaler Bergfreunde über Latschengassen endlich ihr erstes Gipfelkreuz am Dachsteinblick. Den Weg, der in Gipfelnähe nach links zur Brennerin abzweigt, ersparten sich die Griesbacher DAVler, denn die einst für Weidezwecke "abgebrannte" Brennerin ist zwar ein traumhaftes Tourenziel, doch bietet der nur wenige Meter höhere Berg ein ähnliches Panorama wie der Dachsteinblick. Hier ließen sie sich unter dem hohen Gipfelkreuz in 1559 Metern Höhe zu einer ergiebigen Mittagspause nieder und teilten ihr Mittagsmahl mit gefräßigen Dohlen, während ihre Blicke hinüber zu bekannten Alpengrößen wie Dachstein, Hochkalter, Watzmann, Untersberg, Hochstaufen und Schafberg wanderten. Als landschaftlich besonders reizvoll erwies sich die anschließende Gratwanderung, die über Geröllfelder und Latschenhänge abwärts zum Mahdlgupf führte. Der kurze, felsige Anstieg zum 1261 Meter hohen Berg, der auch über einen Klettersteig erreicht werden kann, belohnte die Gipfelstürmer mit grandiosen Tiefblicken zum Attersee, denn jetzt präsentierte er sich seinen Betrachtern in voller Länge, wolkenfrei und türkisblau. Als nach kurzer Wanderstrecke Weissenbachs Hausberg, der Schoberstein, ins Blickfeld rückte, beschloss das Griesbacher Wanderquartett den dicht bevölkerten Gipfel rechts liegen zu lassen und nach einer kurzen Rast nach Weissenbach abzusteigen. War ihnen beim Aufstieg über den Brenner-Riesensteig kaum jemand begegnet, bewegte sich hier ein unglaublicher "Schoberstein-Besucherstrom" bergauf und bergab. Zurück am Seeufer, glichen die stapazierten Vier in einem Weyregger Cafe erst einmal ihre Flüssigkeitsdefizite aus, bevor sie den traumhaften Tag über den Wolken bei Kaffee und Kuchen entspannt ausklingen ließen. (Fotos: Hinterholzer/Reischl)

15. August 2020: Unternehmungslustige DAVler unterwegs im schönen Zillertal

Beim Gedanken ans Zillertal kommen sechs Griesbacher DAVler geradezu ins Schwärmen, waren sie doch erst kürzlich in der grandiosen Bergwelt der Zillertaler Alpen unterwegs. Über die mautpflichtige, sieben Kilometer lange Alpenstraße ging es in Privatautos hoch zum Schlegeisstausee, wo sie ihre Rundtour zum Friesenberghaus und zur Olpererhütte starteten. Über einen gut beschilderten Steig wanderten sie vom Parkplatz am See (1800 m) in den Wald hinein und auf einer kleinen Brücke über den rauschenden Bach. Anschließend ging es durch Latschenbewuchs weiter steil aufwärts und schon bald eröffneten sich ihnen tolle Blicke von oben - auf den Schlegeisspeicher und den Kleinen Hochsteller. Nach circa 200 Höhenmetern Aufstieg kam die Almhütte der Friesenbergalm in Sicht. Jetzt im August grasten die Kühe weiter oben, wo sie die Griesbacher Wanderer später an den Hängen unterhalb des Friesenberghauses antrafen. Je höher sie kamen, desto steiniger wurde der Steig und so manches furchterregende "Felsmonster" begegnete ihnen auf dem Weg nach oben. Wunderschön war die Landschaft in größerer Höhe - der Anblick mächtiger Felswände, das intensive Grün der Almwiesen und blühende Alpenblumen entschädigten sie für die Mühen des Aufstiegs. Als sie nach etwa drei Stunden das Friesenberghaus erreichten, hatten sie sich eine erholsame Wanderpause verdient. Das von den jüdischen Widerstandssektionen "DAV Berlin" und "Donauland" 1928 bis 1930 erbaute Berghaus wurde 1932 eingeweiht, während des Krieges von der Wehrmacht beschlagnahmt und 1964 wieder in Betrieb genommen. Umfangreiche Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten brachten das Schutzhaus 2003 auf den neuesten Stand der Technik, seitdem ist es auch eine internationale Begegnungsstätte und warnt vor Intoleranz und Hass. Auf der einladenden Sonnenterrasse des geschichtsträchtigen Berghauses, hoch über dem Zamser Grund, ließen sich die Rottaler DAVler in rund 2500 Metern Höhe nieder und genossen Tiroler Schmankerl, viel frische Luft und eine gute Aussicht. Auf dem Berliner Höhenweg nahmen sie anschließend Kurs auf die Olpererhütte. Während der 2-Stunden-Tour nahm die Bewölkung allmählich zu und als sie die 2006/07 völlig neu errichtete Berghütte in 2389 Metern Höhe erreichten, flüchteten sie vor den einsetzenden Regenfällen in die warme, trockene Hüttenstube, wo sie bei Kaffee und Kuchen die ungemütliche Regendusche aussaßen. Und sie hatten Glück! Denn nach und nach lichtete sich der Himmel und gab den Blick auf die spektakuläre Bergwelt wieder frei. Die 600 Höhenmeter bergab zum Schlegeisspeichersee legt man auf einer kurzen Distanz von nur drei Kilometern zurück. Beim Abstieg wurde den Griesbacher Bergsteigern schnell klar, dass kein Sonntagsspaziergang vor ihnen lag, denn sie mussten sich nicht nur auf einem ungewöhnlich steilen, sondern noch dazu auf einem vom Regen aufgeweichten, sehr rutschigen Bergpfad nach unten arbeiten. Doch die Ausblicke zum See und zu den schneebedeckten Zillertaler Berggipfeln waren traumhaft und versöhnten sie mit den nahezu unzumutbaren Wegverhältnissen. So endete ein sonnig begonnener Bergtag letztendlich wieder mit blauem Himmel über einem türkisblauen Speichersee. (Fotos: Conny Hinterholzer)

24. bis 26. Juli 2020: Griesbachs Schatzsucher unterwegs im Habachtal

Wo sich Gams, Reh und Hirsch "Gute Nacht" sagen, Murmeltiere über Almwiesen pfeifen und sprudelnde Wasserfälle über Felswände und durch tiefe Schluchten rauschen, dort ist die Welt noch in Ordnung - im Habachtal. Und genau dorthin zog es fünf leidenschaftliche Rottaler Mineraliensammler, denn das naturbelassene Tauerntal ist nicht nur für seine grandiosen Landschaften bekannt, sondern auch für seinen Mineralienreichtum. Steine sammeln ist ein faszinierendes Hobby finden die Griesbacher "Schatzsucher"; außerdem kann man damit auch genussvolles Wandern in freier Natur verbinden und die oft mühsamen Kraxeleien zu abgelegenen Fundstellen steigern Kondition und Fitness ganz enorm. - Nach dreieinhalbstündiger Anreise stiegen Griesbachs DAVler am Parkplatz Eingang Habachtal von ihren Privatautos um in den "Smaragdexpress", der sie zum "Almgasthof Alpenrose" brachte. Das Gasthaus liegt in der Nähe des einzigen Smaragdvorkommens in Europa und ist Ausgangspunkt für erfolgreiche Mineralientouren. Nach einem schnellen Check-in versuchten die fünf Mineraliensammler ihr Glück beim "Smaragdwaschen" im nahen Leckbachgraben, wobei sie aber nicht fündig wurden. Am zweiten Tag starteten sie schon zeitig ihre hochalpine Tour hinauf zur Leckbachscharte in 2.375 m Höhe. Auf bequemen Wegen erreichten sie zunächst die älteste Almhütte im Habachtal - die urige, bewirtschaftete Moa-Almhütte wurde im Jahre 1771 erbaut und befindet sich bis heute im Originalzustand. Der Aufstieg durch das wunderschöne Tauern-Hochtal mit seinem Pflanzenreichtum war für die Griesbacher Mineraliensucher zugleich eine fabelhafte botanische Exkursion. Je weiter sie nach oben kamen, umso fantastischer wurde die Aussicht: Rauschende Wasserfälle und zahlreiche Rinnsale bilden hier eine atemberaubende Naturkulisse vor den mächtigen Felswänden der schneebedeckten Dreitausender. Als sie den Wasserfall im Talschluss auf 2.000 Metern Höhe erreicht hatten, hieß es Kräfte mobilisieren, denn ab jetzt ging es steil bergauf. Vorbei an den Ruinen der Alten Thüringer Hütte arbeiteten sie sich schließlich weglos über Altschneefelder steil aufwärts zur Fundstelle, wo Mineralienexperte Gerhard Graw bald fand, was er suchte - eine Kluft, die er für seine Sammlerfans mit Hammer und Meißel öffnete. Was sie hier - dicht unter dem ehemaligen Bergwerk - fanden, lastete beim Abstieg zentnerschwer auf ihren Schultern. Nach einer entlastenden Einkehr in der Neuen Thüringer Hütte mit herrlicher Aussicht zu den schneebedeckten Tauerngrößen lag noch ein langer Weg über den steilen Noitroisteig zum Ausgangspunkt vor ihnen. Am nächsten und letzten Tag entschied sich das Steinsucher-Quintett kurzfristig für eine Tour zur Knappenwand im Untersulzbachtal, das mit seinen Halbedelsteinvorkommen ebenfalls zahlreiche Sammler anlockt. Durch den über 100 Jahre betriebenen Epidotabbau entstand eine 25 m tiefe, 15 m hohe und 10 m breite Höhle in der Knappenwand, die durch einen schmalen Wanderpfad, den Knappensteig, erschlossen wurde. Zu gerne hätten Griesbachs Schatzsucher auf diesem Weg die Höhle erreicht, aber anhaltender Regen vereitelte dieses Vorhaben. Stattdessen wanderten sie zum fantastischen Naturdenkmal Untersulzbach-Wasserfall, der über eine 50 m hohe Felsstufe in die Tiefe stürzt. Die hohe Luftfeuchtigkeit in der Felsschlucht schafft ein eigenes Klima, in dem verschiedene Moose und Flechten, wie z. B. die gelben Leuchtflechten prächtig gedeihen. Von den Aussichtskanzeln über der Schlucht präsentierte sich den DAVlern das imposante Naturschauspiel stürzender Wassermassen besonders eindrucksvoll und versöhnte sie mit den ungünstigen Wetterverhältnissen, ebenso der tolle Blick zur Venedigergruppe am Ende ihrer erfolgreichen Mineralientouren in den Hohen Tauern . Smaragde und Epidot-Funde hatten Griesbachs Mineraliensammler zwar nicht im Gepäck, als sie die Heimreise antraten, dafür aber andere wertvolle Mineralienschätze, wie z. B. Periklin, Apatit, Adular, Pyrit, Bändergneis, Quarz kristallin (Bergkristall), Diopsid und Aktinolith. (Fotos: Hinterholzer/Graw)

16. bis 18. Juli 2020: DAV-Sextett auf Hochtour am Venediger Höhenweg

Voller Vorfreude machten sich sechs Mitglieder der DAV-Sektion Bad Griesbach auf nach Osttirol, um die großartige Landschaft des Venediger Höhenwegs zu erklimmen. Begrüßt wurden sie im Virgental mit einem kräftigen Schauer, weshalb die erste Brotzeit noch im trockenen Auto verzehrt werden musste. Kaum ließ der Regen nach, wurden die Rucksäcke für den ersten langen Aufstieg geschultert. Ein steiler Weg führte die Gruppe teils wildromantisch durch große Felsblöcke hindurch. Weiter ging es auf dem Katinweg über blumenreiche Almwiesen, vorbei an neugierigen Murmeltieren und letztlich hinauf bis eine Höhe von 2600 Metern, wo man auf der Sajathütte, auch "Schloss in den Bergen" genannt, die erste Nacht verbrachte. Aufgrund der regnerischen Verhältnisse am nächsten Morgen musste der erste Klettersteig wegen Rutschgefahr aus dem Programm gestrichen werden. Bald kam aber die Sonne, so dass die Rote Säule mit 2874 Metern doch noch auf dem Normalweg bestiegen werden konnte. Auf dem Gipfel gab es Wetterkapriolen aus leichtem Schneefall, blauem Himmel und eine überragende Aussicht auf einen wunderschönen Regenbogen zu bewundern. Zurück zur Hütte, schnell den Rucksack gepackt und weiter ging`s zum nächsten Höhepunkt dieses Tages, der Kreuzspitze. Der Weg führte, teils über Schneefelder bis zum Talschluss, um dann in einem steilen Aufschwung in Form eines gesicherten Steigs rasch an Höhe zu gewinnen. Der Gipfelanstieg gestaltete sich schwieriger als gedacht, da mit zunehmender Höhe das Wetter immer schlechter wurde. Schneefall, Temperaturen unter Null Grad und starker Wind erschwerten den letzten Anstieg. Nichtsdestotrotz meisterten alle Bergsteiger mit Bravour den Gipfel der Kreuzspitze mit 3164 Metern.Für die zwei jüngsten Teilnehmer (18 und 22 Jahre) war dies der erste Dreitausender. Nach kurzer Gipfelrast erfolgte der lange Abstieg mit zweieinhalb Stunden zur Johannishütte auf 2121 Metern. Sehr abwechslungsreich zeigte sich der Venediger Höhenweg am dritten Tag. Ein steiler Pfad führte zügig hinauf aufs Türmljoch (2790 Meter). Unterwegs mussten viele Schneefelder gequert werden. Leider war der Wettergott auch dieses Mal den Bergsteigern nicht gut gesonnen. Starke Schnee- und Graupelschauer, Nebel, Wind und Kälte machten ihnen zu schaffen. Die normalerweise grandiose Berglandschaft mit eisumhüllten Dreitausendern, allen voran dem mächtigen Großvenediger mit 3666 Meter, versteckte sich hinter einer immer dichter werdenden Wolkendecke und ließ sich nicht ein einziges Mal blicken. Der Klettersteig auf das Türml, 2845 Meter, war dementsprechend auch nicht möglich, so dass zügig zur Essener-Rostocker-Hütte abgestiegen wurde. Da keine Wetterbesserung in Sicht war, entschloss sich die Gruppe kurzfristig, nicht mehr zu nächtigen. In zwei Stunden stiegen sie durchs wunderschöne Maurertal ab nach Ströden und schmiedeten auf der Heimfahrt Pläne für die nächste Tour. (Bericht: Marianne Birkeneder, Fotos: Elisabeth Göschl)

1. März 2020: Durch das "Tor zur Freiheit" von Finsterau ins böhmische Bucina

Weit über einen Meter dick kann im Winter die Schneedecke im Nationalpark Bayerischer Wald sein - aber nicht in diesem Winter! Im Grenzgebiet Finsterau/Bucina sah es bis vor kurzem bezüglich des Schneereichtums eher mau aus. Gott sei Dank sorgten ergiebige Schneefälle wenige Tage vor der geplanten Abschlusstour gerade noch rechtzeitig für Schneenachschub, sodass sich die in Kleinbussen angereisten sechzehn Wintersportler aus Alpenverein und Skiclub über 25 cm Neuschnee freuen und zum letzten Mal in dieser Saison gehörig austoben konnten. Eilig stiegen die Nordischen aus dem Rottal am Langlaufzentrum Finsterau auf ihre Skier und ließen die Schneeschuhwanderer bald hinter sich. Dabei genossen sie es, weitab vom hektischen Pistentrubel durch stille Wälder zu gleiten, auch wenn sich die Sonne anfangs nicht blicken ließ und leichter Nebel die Landschaft verschleierte. Zuerst liefen alle im klassischen Stil über die Rollerstrecke zur Buchwaldloipe und weiter zum Grenzübergang Bucina. Während einige am "Tor zur Freiheit" umkehrten und zurückliefen, um auf die Skaterstrecke zu wechseln, testete die weit größere Gruppe die relativ gut präparierten Loipen in Tschechien. Über den 1.308 m hohen Straz (Postberg) erreichten die Langläufer die von Holzpalisaden eingefasste Moldauquelle. Gerne opferten sie für das Quell-Loch einige Münzen, soll doch der Münzeinwurf Reichtum und Glück bescheren. Dann ging es in gleichmäßigem Rhytmus weiter: Linkes Bein - rechtes Bein - linkes Bein - Gleiten. Kurz vor Kvilda überquerten sie den Böhmischen Höhenrücken, um neben der Signalstraße zurück nach Bucina zu laufen, wo sie sich im Alpenhotel Alpska Vyhlidka mit den Skatern und Schneeschuhwanderern zu einer gemütlichen Einkehr trafen. Letztere hatten sich als Saisonabschlusstour die Besteigung des Siebensteinkopfs zum Ziel gesetzt. Über den Zametzer Steig erreichte das Schneetreter-Sextett die Alte Klause. Entlang des rauschenden Reschbachs ging es dann in mäßiger Steigung hinauf zur Reschbachklause, allerdings stapften hier nur noch drei Wanderer ihrem Tourenbegleiter Franz Koblbauer hinterher, denn zwei Tourengehern war der Aufstieg im schweren Schnee zu mühsam geworden, sodass sie sich am Schwellgraben zur Umkehr entschlossen hatten. Unterwegs konnte man an vielen Stellen sehen, wie orkanartige Stürme, Borkenkäferbefall und Biber das Waldbild in den vergangenen Jahrzehnten verändert haben. Während des unschwierigen Anstiegs zum Siebensteinkopf schüttelte dann Frau Holle ihre Betten über die Rottaler Wanderer aus und auch am Gipfel des 1.263 m hohen, östlichsten Bergs im Nationalpark war ihnen im Flockenwirbel kein Weitblick in die Umgebung vergönnt. Trotzdem genossen sie den Gipfelaufenthalt unter dem hölzernen Kreuz, was nicht zuletzt am Genuss des anregenden Gipfelwassers lag, das erfahrene Bergwanderer immer bei sich tragen. Erst als sie auf dem grenznahen Wanderweg nach Bucina abstiegen, lichtete sich die Wolkendecke und ließ die Sonne durchblicken. Sie gewann für den Rest des Tages immer mehr die Oberhand und sorgte für einen klaren, ungetrübten Blick auf die sanften, schneebedeckten Bergkämme des Bayer- und Böhmerwaldes. In der Gaststube des Alpenhotels machten sich indessen Langläufer, Skater und Schneeschuhwanderer in geselliger Runde vor dem Kachelofen wieder fit für den Rückweg zum Ausgangspunkt Finsterau, um unbeschwert die Rückfahrt in die schneefreie Rottaler Heimat anzutreten.

23. Februar 2020: Alpenvereins- und Skiclubsportler im schneereichen Heutal

Akuter Schneemangel im Chiemgauer 3-Seengebiet - auch Klein-Kanada genannt - zwang 36 Rottaler Wintersportler aus Skiclub und Alpenverein kürzlich auf das schneesichere Heutal bei Unken auszuweichen. "Endlich richtiger Winter", freuten sie sich beim Verlassen des Busses, stiegen eilig auf ihre Langlaufskier oder Schneeschuhe um und zogen rasch von dannen, denn nach mehreren abgesagten Schneetouren hatten alle erheblichen Nachholbedarf. Ab in die Loipe - hieß es für 26 Wintersportler, wobei sich die strapazierfähigen Skiläufer und Skater, für die der Sport ein tolles, winterliches Ausdauertraining ist, auf den Weg zur 15 km langen Winkelmoosrunde machten, während andere, die im Langlauf eher eine Bewegungsform fernab jedes sportlichen Leistungsdenkens sehen, sich kräfteschonender auf der 5 km langen, ebenen Heutalrunde bewegten. Erstere freuten sich über schnelle Spuren im Pulverschnee in größerer Höhe und Letztere genossen das gleichmäßige Dahingleiten im Tal, allerdings bei schlechteren Schneeverhältnissen. Zur gleichen Zeit folgten zehn Schneeschuhwanderer ihrem Tourenbegleiter Franz Koblbauer auf Wegen, die nicht geplant waren. So verzichteten sie auf Anraten der Alpengasthof-Wirtin auf die Besteigung des Peitingköpfls, weil der milde Winter seinen Südhang in den vergangenen Tagen bereits in rutschigen Schneematsch verwandelt hat. Mit der Moarlackrunde war schnell ein Ausweichziel gefunden und als sie auf dem Kaserbachweg in mäßiger Steigung nach oben stapften, freuten sie sich, endlich knirschenden Schnee unter den Schuhen zu spüren. Entlang des Kaserbachs ging es dann hinauf zur Moarlack, wo eine Trinkpause fällig war und hier beschloss die Zehnergruppe auch, dem gelben Hinweisschild zum 1204 m hohen Dickkopf zu folgen. Bald hatten die Wanderer eine Höhe erreicht, ab der das Schneeschuhwandern richtig Spaß macht, denn auf einem pulvrigen, weißen Schneegewand kann man wunderbar dahin schweben. Auf einer Anhöhe über dem Dachskaser blieben die Rottaler Bergfreunde dann länger stehen, um die herrlich stille Schneelandschaft und den traumhaften Blick ins Saalachtal vor der wunderschönen Kulisse der Loferer und Leoganger Steinberge zu genießen. Von der Dachs-Alm war es nur noch ein Katzensprung zum Gipfelkreuz des Dickkopfs. Freilich wäre das Gipfelerlebnis noch intensiver und fantastischer gewesen, hätte die Sonne den Kampf gegen die Wolken gewonnen, aber die gute Fernsicht und frühlingshafte Temperaturen machten den Mangel an Sonnenstrahlen und blauem Himmel wieder wett. Besonderes Vergnügen bereitete den Schneeschuhfans beim Abstieg, frische Spuren in noch unberührte Schneeflächen zu legen und wie auf kurzen Skiern abwärts, zurück zur Moarlack zu gleiten. Anschließend weiteten sie ihre Tour zum Ochsenbrunn (1129 m) aus, wo sie über Umwege das idyllische Ufer des Fischbachs erreichten, entlangwanderten bis der Uferpfad endete und der Weg nach einem schweißtreibenden, steilen Aufstieg im Bergwald wieder auf ruhigeren Bahnen zurück zum Ausgangspunkt Alpengasthof Almrose führte. In der gemütlichen Gaststube saßen bereits die Langläufer in geselliger Runde und ließen sich von der freundlichen Wirtin und ihrem geschäftstüchtigen Töchterchen verwöhnen. Die fröhliche Heimfahrt stand ganz im Zeichen der Fastnacht. Gab es bei der Anfahrt eine deftige Würstlbrotzeit, so servierten jetzt Reiseleiter Hans Venus und Skiclubpräsident Hans Hopper (beide leicht maskiert) anregende, geistige Getränke, während die junge Generation Kuchenschnitten und Muffins dazu reichte - ein wahrhaft angenehmer und heiterer Ausklang eines erlebnisreichen Wintersporttags!


Alpenvereinsjahr 2019

" Mit dem Altwerden ist es wie mit Auf-einen-Berg-steigen, je höher man steigt, desto mehr schwinden die Kräfte, doch umso weiter sieht man". (Ingmar Bergmann)


7. Dezember 2019: Wenn Sankt Nikolaus bei den DAVlern an die Tür klopft.

Die beliebteste Veranstaltung des Alpenvereins ist zweifellos die stimmungsvolle, traditionelle Nikolausfeier, setzt sie doch einen glanzvollen Schlusspunkt hinter ein gut gelungenes und produktives Bergjahr. Wer sich einen guten Platz sichern wollte, betrat schon am frühen Abend den festlich geschmückten Saal der Waldpension "Jägerstüberl", denn der Andrang war auch heuer wieder recht groß. So richtete Vereinschef Manfred F. Graw seinen Willkommensgruß an durchwegs froh gestimmte Gäste in einem dicht besetzten Saal: An seine Bergfreunde, die Vorstandschaft und an die Gäste der Ortsgruppe Pocking, Vorsitzende Anita Kälker und Schatzmeister Uli Schauwecker mit Ehefreu Traudl, sowie die Frankenberger Dirndln, die das Fest mit ihrer stimmungsvollen "Stubnmusi" musikalisch umrahmten. In seiner nachfolgenden Dankesrede wurde deutlich, wieviele freiwillige Helfer und Unterstützer wieder im Verein aktiv waren. Ganz oben auf der Liste standen die Mitglieder des Vorstandteams, die neben lobenden Worten auch mit Geschenken bedacht wurden. Allen voran Vizechefin Barbara Erdl, Schriftführerein Edeltraud Schmidt, Schatzmeisterin Elisabeth Selbach, Hochgebirgs-Tourenleiterin Marianne Birkeneder, Presseschreiberin Maria Reischl, Mitgliederverwalter Max Wimmer, Gerätewart und Webmaster Jochen Selbach, Gestalter des Jahresprogramms Peter Weis und schließlich die Tourenleiter Franz Koblbauer und Enno Hutterer, sowie die Beiräte Uli Schätz und Erhard Loher. Lob und Dank verdienten auch Alpenvereinsnikolaus und Chronist Markus Hilz, Bildberichtgestalter Hans Mayr, Quizmaster Max Loibl, Mineralien-Tourenleiter Gerhard und Irene Graw, sowie Dr. Ludwig Kronpaß für den aufschlussreichen Einblick in die Geschichte des Deutschen Alpenvereins. Nach einer Essenspause traten zwei langlährige Mitglieder zur Ehrung an. Für 25 Jahre Treue zum Alpenverein wurde Maximilian Schäufl mit Urkunde und Ehrennadel ausgezeichnet, sowie Sabine Niederhofer, die bereits auf 40 Jahre Vereinsmitgliedschaft zurückblicken kann. Alle Geburtstagskinder, die 2019 einen runden oder halbrunden Geburtstag gefeiert hatten, erhielten das Alpenvereinsjahrbuch "Berg 2020". Zur Gratulation traten an: Franz Koblbauer, Christian Pacher, Maria Winter, Irene Graw, Therese Asen, Dr. Rainer Hennicke, Hans Mayr, ehemaliger Vereinschef Siegfried Kulitza, Gertraud Saam und Lotte Teisinger. Mit der selbst verfassten Geschichte: "Die besondere Verkehrskontrolle", einer erheiternden Begebenheit aus seiner Kindheit, lockerte Vorleser Robert Erdl die Stimmung für den anschließenden Besuch des Bischof Nikolaus auf. Aber die Gestalt, die dann durch die Tür trat, sah heuer nicht so recht nach Nikolaus aus, sondern glich mit seiner roten Zipfelmütze eher einem Weihnachtsmann, denn die Bischofs-Mitra war unauffindbar, nicht aber der Bischofsstab und das goldene Himmelsbuch. Und darin waren die Missgeschicke und Schandtaten der Bergfreunde im Versmaß niedergeschrieben. Schonungslos musste so mancher DAVler die "Derbleckerei" des Nikolaus-Mimen Markus Hilz über sich ergehen lassen, so hatte der die schadenfrohen Lacher, wie gewohnt wieder auf seiner Seite. Natürlich konnte er auch Gutes berichten, so seien die Bergfreunde stets klimafreundlich mit dem Bus unterwegs und darauf bedacht, sich in den Bergen umweltschonend zu verhalten. Bevor er sich verabschiedete, verteilte Santa Claus auch Geschenke: Windlichter für die Kleinen und für die Großen Zirbenlikör. Mit der besinnlichen Geschichte: "Papa, erzähl mir vom Himmel" - vorgelesen und verfasst von Robert Erdl - kehrte nach dem anregenden Nikolaus-Auftritt wieder Ruhe im Saal ein. Bei Glühwein, Punsch und Weihnachtsplätzchen fand das Nikolausfest anschließend seine gesellige Fortsetzung. Zu vorgerückter Stunde entließ Vereinschef Manfred F. Graw dann seine Bergfreunde mit einem sinnreichen Zitat von Hans Kammerlander (Extrembergsteiger aus Sand in Taufers) in das neue Bergjahr: "Wichtig ist, dass du dich wohlfühlst, dass du die Natur um dich herum spürst - dann macht Bergsteigen und Bergwandern unheimlich glücklich".

5. November 2019: Rückblick auf ein Jahr voller unvergesslicher Highlights

Wieder neigt sich ein erfolgreiches,unfallfreies Bergjahr allmählich dem Ende zu - Zeit für die Bergfreunde inne zu halten, dankbar zurückzublicken und Neues für das kommende Jahr zu planen. Zu Beginn der diesjährigen Jahreshauptversammlung begrüßte Vereinschef Manfred F. Graw seine Bergfreunde, die Mitglieder des Vorstandsteams und die Gäste der Ortsgruppe Pocking:Vorsitzende Anita Kälker, Stellvertreterin Margit Reil und Schatzmeister Uli Schauwecker, sowie den Vortragsredner des Abends, Dr. Ludwig Kronpaß. Anschließend bat er alle Anwesenden, sich zu erheben, um des verstorbenen, ehemaligen Vereinsvorsitzenden Franz Ecker zu gedenken. "Mit insgesamt 734 Mitgliedern - die Ortsgruppe eingeschlossen - ist die Sektion ein gut aufgestellter Verein", eröffnete Manfred F. Graw seinen Tätigkeitsbericht, der wieder einmal mehr bewies, wie aktiv und abwechslungsreich sich das Vereinsleben der Sektion gestaltet. In seinem Rückblick ging der Vorsitzende auf die vielen Highlights der vergangenen Saison ein. Alle Touren und Veranstaltungen wurden sehr gut angenommen, doch rekordverdächtig war die Teilnahme an den Frühlings- und Themenwanderungen am Goldsteig und im Mühlviertel, sowie an der 5-Tage-Fahrt ins herrliche Stubaital. Zweimal scharte Mineralien-Experte Gerhard Graw Griesbachs begeisterte Schatzsucher um sich. Zwar kehrten die Teilnehmer von den Marmorbrüchen bei Adnet und Spumberg etwas unterkühlt zurück, doch sie wurden fündig und mit den wunderbaren Granatsteinen, die sie im sonnigen Ötztal in ihre Rucksäcke gepackt hatten, konnten die passionierten Steinsammler ihre Mineraliensammlung wieder beträchtlich erweitern. Nahezu alle geplanten Touren, ob Schneeschuh-Wanderungen, Bergtouren in den Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen, sowie die Jubiläumstouren in den Loferer Steinbergen, fanden dank des guten Wetters statt. So waren 2019 insgesamt 467 Teilnehmer auf Wanderung. Auch die ansprechenden Angebote der Sektions-Abende lockten viele Bergfreunde in die Veranstaltungen: Angefangen vom Filmabend mit dem spannenden Bergdrama "Nanga Parbat", dem anspruchsvollen Quizabend von und mit Ehrenmitglied Max Loibl, der von Traudl Schmidt organisierten Vereins-Maiandacht in St. Salvator bis hin zu den großartigen, von Hans Mayr gestalteten Bildvorträgen über das von Marianne Birkeneder bereiste Peru und den herrlichen Südtirol-Aufenthalt, der den Bergsommer für kurze Zeit in die winterliche Stube zurückholte. Großes Lob zollte Vereinschef Manfred F. Graw am Schluss seinem rührigen Team für die Bereitschaft sich fortzubilden und an Wanderkursen teilzunehmen; auch das hervorragende Vereinsklima sei nicht selbstverständlich, jeder sei hilfsbereit und trage damit zum Gelingen eines harmonischen Vereinslebens bei. So dankte er den Vorstandsdamen Barbara Erdl, Elisabeth Selbach, Traudl Schmidt, Marianne Birkeneder, sowie den Beiräten, dem Sektions-Nikolaus Markus Hilz und Computerfachmann Hans Mayr für ihren engagierten Einsatz. Ein Dankeschön richtete er auch an die Pockinger Abordnung für die gedeihliche und problemlose Zusammenarbeit mit der Griesbacher Sektion. Dann übergab er das Wort an Schatzmeisterin Elisabeth Selbach, der die beiden Kassenprüfer Robert Erdl und Irene Graw eine übersichtliche und einwandfreie Kassenführung für das Wirtschaftsjahr 2018 bescheinigten. Das Jahr 2019 war nicht nur erfolgreich, sondern auch ein Jahr zum Jubeln. Zu den Feierlichkeiten zum 150. Geburtstag des DAV waren auch Vereinschef Graw, Stellvertreterin Barbara Erdl und die Vorstandsdamen nach München gereist. - Dem Anlass entsprechend endete der Versammlungsabend mit einem Rückblick auf das Auf und Ab des Deutschen Alpenvereins. Vortragsredner Dr. Ludwig Kronpaß beleuchtete in seinem aufschlussreichen Vortrag "Licht und Schatten" umfassend das braune Kapitel der Bergsteigerorganisation in den düsteren Jahren von 1918 bis 1945, denn davon hörte man im Jubiläumsjahr kaum etwas. So wie das Volk Hitler hoffnungsfroh begrüßte, so taten es auch der Alpenverein und die Sektionen. Die Nationalsozialisten machten sich die Berge für ihre Ideologie zunutze und der Alpenverein ließ sich und den Bergsport von der Propaganda der Nazis vereinnahmen - der Verein pflegte das Deutschtum. Trauriger Höhepunkt: der Ausschluss der jüdischen Sektion "Donauland" aus dem Deutschen und Österreichischen Alpenverein. In den Jahrzehnten nach Kriegsende verschrieb sich der DAV neben der Pflege der Alpen auch mehr und mehr ihrem Schutz. Als Anwalt der Alpen fordert der heute fünftgrößte Sport- und größte Naturschutzverband Deutschlands konsequentere Schritte für mehr Klimaschutz und auch einer verantwortungslosen Verbauung der Alpen setzt er massiven Widerstand entgegen.

25. und 26. Oktober 2019: Warum Münchens Olympiaturm grün leuchtete

Wir lieben die Berge - und das schon seit 1869! Am Abend des 9. Mai 1869 traf sich in München eine kleine Gruppe deutscher und österreichischer Bergsteiger und gründete im Gasthaus "Zur blauen Traube" den Deutschen Alpenverein. Sie verstanden ihn als "bildungsbürgerlichen Bergsteigerverein" und verfolgten das Ziel, "touristische Erschließung voranzutreiben und die Kenntnis der Alpen zu verbreitern und ihre Bereisung zu erleichtern". Damit war der Grundstein gelegt für den heute fünftgrößten Sport- und größten Naturschutzverband Deutschlands. Seit Jahresbeginn feiert nun der Deutsche Alpenverein seinen 150. Geburtstag. Zum Endspurt der Jubiläumsfeierlichkeiten hat sich der DAV noch einmal etwas besonderes einfallen lassen: Am 25. und 26. Oktober wurde der Olympiaturm in den grünen Vereinsfarben bestrahlt - ein weithin sichtbares Ausrufezeichen für alle Alpinisten. Auch Bad Griesbachs Vorstandschaft - Vereinschef Manfred F. Graw und die Vorstandsdamen Barbara Erdl, Traudl Schmidt, Elisabeth Selbach und Marianne Birkeneder (siehe Foto!) - nahm die Einladung zum Festakt in der Kleinen Olympiahalle, sowie zur Gala im Löwenbräukeller an und am nächsten Tag folgte der Kür die Pflicht, als die Jubiläums-Hauptversammlung des DAV in der Olympiahalle über die Bühne ging. Der Aufruf zu konsequenten Schritten für mehr Klimaschutz und die Verabschiedung einer Klimaresolution standen ganz oben auf der Tagesordnung. Insgesamt beteiligten sich an beiden Tagen jeweils ca. 1000 Delegierte aus 357 Sektionen. Und auch prominente Gäste waren vertreten, wie Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Ministerpräsident Markus Söder und Alfons Hörmann, DOSB-Präsident.

20. Oktober 2019: Herbstliche Abschluss- und Jubiläumstour zum Unternberg

Die Eheleute Langenmantel bestiegen 1920 den Unternberg von Ruhpolding aus. Im Andenken an den ehemaligen Bezirksarzt Dr. Langenmantel -- Alpenvereinsvorstand der Sektion Griesbach i. R. von 1919 bis 1925 -- wurde diese Tour knapp hundert Jahre später von Vereinschef ins Programm genommen und kürzlich als Jubiläums- und Abschlusstour durchgeführt. Dichter Nebel lag über Bad Griesbach als 33 Bergfreunde die Fahrt nach Ruhpolding antraten, doch dank einer positiven Wettervorhersage wussten sie, dass im Chiemgau sonniges Wetter zu erwarten war. In Seehaus am Förchensee verließen nach zweieinhalbstündiger Fahrt 23 Bergfreunde den Bus und folgten ihrem Tourenbegleiter Franz Koblbauer hinauf zum Unternberg, auf Ruhpoldings beliebtestern Ausflugsberg. Munter plätschernd begleitete sie der Rummelbach beim Aufstieg durch den herbstlichen Bergwald, der mit seiner atemberaubenden Leuchtkraft des verfärbten Blattwerks dem goldenen Oktober alle Ehre machte. Nach einer Stunde Aufstiegsarbeit rückte die urige Branderalm ins Blickfeld, an der kein Bergwanderer ohne Einkehr vorbeikommt. Das markante Felsmassiv der Hörndlwand vor Augen, ließen sich die Bergfreunde als erste Tagesgäste an den schön gedeckten Gartentischen nieder. Eine kurze Pause sollte es werden, aber es verging fast eine volle Stunde, bis sich die gesellige Runde auflöste, um die Bergtour fortzusetzen. Gestärkt und ausgeruht ging es anschließend weiter zur unbewirtschafteten Simandlmaisalm und in Richtung Durlachkopf, den sie auf kaum sichtbaren, laubgepolsterten Waldpfaden nordseitig im Blätterregen umrundeten. Vorbei am Mittagswandl und knorrigen Baumskeletten schlugen die DAVler den breiteren Weg zur Bergwachthütte auf 1.300 m Höhe ein. Unter dem hohen Holzkreuz davor wartete die schnelle Vorhut auf die Langsameren, um mit ihnen zur Sesselbahn-Bergstation hinaufzuwandern. Dabei kamen ihnen die von Enno Hutterer angeführten Genusswanderer entgegen. Sie hatten sich bequem mit der Sesselbahn von 740 auf 1.425 m Höhe tragen lassen und legten nun den Abstieg zur Talstation auf Schusters Rappen zurück, während die Koblbauer-Wanderer sich auf der dicht bevölkerten, 2017 komplett neu erbauten Unterbergalm umsahen, keinen Sitzplatz fanden und dann die letzen 25 Höhenmeter zum Gipfel des Unternbergs aufstiegen. An Stelle des gewohnten Kreuzes fanden die Rottaler Gipfelstürmer eine bemalte Gipfelsäule, ein Marterl vor. Trotz der ungemütlichen Windstärke packten sie ihre Brotzeit aus und genossen den fantastischen Ausblick auf die Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen, zu den Loferer Steinbergen, zum Wilden Kaiser Chiemsee und auf Ruhpolding. Um Knieprobleme zu vermeiden, beendeten einige DAVler die Bergtour mit einer Talfahrt im Sessellift, doch die Mehrzahl der Bergwanderer eilte den steilen Forstweg über zahlreiche Kehren abwärts zur schmucken Raffner Alm, wo sie den farbenprächtigen Bergtag in geselliger Runde ausklingen ließen. Sie alle können nach dieser wunderbaren Abschlusstour in den Chiemgauer Alpen den Worten von Frau Bezirksrat Dr. Langenmantel nur beipflichten, die vor knapp hundert Jahren in ihr Reisetagebuch schrieb: "Immer ist die Natur in den Bergen gleich begeisternd für den Wanderer, der zur Höhe steigt; überall ist die Schönheit der Berge zu finden, wenn wir sie nur sehen."